Lunacek: "Sacharow-Preisträger Mukwege fordert Ächtung der Kriegswaffe Vergewaltigung"

Grüne: Würdigung für Leyla Yunus setzt Menschenrechtssituation in Aserbaidschan auf Agenda des Europaparlaments

Straßburg (OTS) - "Noch immer beeindruckt von der heutigen emotional sehr bewegenden Verleihung des Sacharow-Preises für geistige Freiheit an den kongolesischen Arzt Denis Mukwege, unterstütze ich aus tiefster Überzeugung seine Forderung nach Ächtung der Kriegswaffe Vergewaltigung und seinen Aufruf, dass sich Männer eindeutig gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen engagieren sollen. 20 Jahre nach der UN-Weltbevölkerungskonferenz in Kairo 1994, an der ich als NGO-Delegierte teilgenommen habe, und wo der explizite Verweis auf sexuelle und reproduktive Rechte und Gesundheit von Frauen festgeschrieben wurde, ist der Sacharow-Preis an den Gynäkologen Mukwege für seinen Einsatz für Frauen, die Opfer von Vergewaltigung wurden, ein wichtiges Zeichen.
Gleichzeitig ist die besondere Erwähnung der ukrainischen Euromaidan-BürgerInnenbewegung eine Anerkennung der pro-europäischen UkrainerInnen am Kiewer Maidan, die sich für Demokratisierung und eine rechtsstaatliche wie offene Gesellschaft und gegen korrupte Eliten im eigenen Land eingesetzt haben", kommentiert Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin des Europaparlaments und in dieser Funktion auch zuständig für das Sacharow-Netzwerk des Europaparlaments, die heutige Preisverleihung im Straßburger Europaparlament.

Die dritte Würdigung des heutigen Tages ging an die aserbaidschanische Menschenrechtsaktivistin Leyla Yunus.

Lunacek: Mit der Nominierung von Leyla Yunus und der Forderung des Europaparlaments nach ihrer Freilassung, haben es wir Grüne geschafft, die Menschenrechtssituation in Aserbaidschan ganz vorne auf die Agenda des Europaparlaments zu setzen. Dass heute Dinara Yunus, die Tochter von Leyla Yunus, an Stelle ihrer Mutter die Ehrung des Europaparlaments entgegen nehmen musste, ist ein Armutszeugnis für die Regierung Aserbaidschans. Leyla Yunus setzt sich für die Rechte von Frauen, von Minderheiten und die Aussöhnung zwischen Aserbaidschan und Erzfeind Armenien ein und sitzt nach wie vor aufgrund fadenscheiniger Vorwürfe der Spionage für Armenien und des Landesverrats in Haft. Ich fordere die aserbaidschanische Regierung auf, endlich eine Delegation des Europaparlaments nach Baku reisen zu lassen, um sich vor Ort ein Bild von der Situation machen und sich im direkten Gespräch für die Freilassung von Leyla Yunus und anderen aserbaidschanischen Menschenrechts-AktivistInnen einsetzen zu können."

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