Blecha: Nein zur "Pensions-Verschlechterungs-Automatik"

Nur mit Jobs für Ältere kann Pensionsantrittsalter steigen

Wien (OTS/PVOE) - Ein klares Nein kommt von Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha zur von der ÖVP geforderten Pensionsautomatik: "Das ist ein NO-GO! Weil in Wahrheit ist das eine Pensions-Verschlechterungs-Automatik durch einen herzlosen Computer, die die Aktiven und die Jungen trifft weil es dabei einzig darum geht, deren Pensionen zu kürzen! Ich habe schon 2008 erfolgreich gegen die ÖVP-Pensionsautomatik gekämpft und tue das auch jetzt wieder, und zwar im Sinne der Jüngeren! Ich danke daher Bundeskanzler Werner Faymann und Sozialminister Rudolf Hundstorfer, dass sie diesem alten Hut der ÖVP eine klare Absage erteilt haben." Blecha bezeichnete die "es-gibt-zwar-keinen-Job-für-dich, du-sollst-aber-länger-arbeiten"-Mentalität der ÖVP als "zynisch". ****

Keine Kastration der Politik durch einen Computer

Blecha sieht in der Pensionsautomatik auch demokratiepolitische Bedenken: "Der Politik wird jeder Spielraum genommen, demokratische Mitentscheidungsprozesse der Parteien und Sozialpartner sowie eine parlamentarische Gesetzwerdung beim Pensionsrecht werden dadurch ausgeschlossen, weil ein Computer entscheiden soll - absurd! Die Politik darf sich doch nicht selbst kastrieren!"

Reform der Arbeitswelt wichtiger

"Wir brauchen keine Pensionsautomatik, sondern wir brauchen eine Reform der Arbeitswelt! Menschen ab 50 dürfen von ihren Firmen nicht länger als 'zu alt und zu teuer' angesehen werden! Viel zu viele Unternehmen mobben ihre älteren Dienstnehmer und schieben sie in die (Früh-)Pension oder Arbeitslosigkeit ab", kritisiert Blecha.

Blecha: "Wir brauchen ein Umdenken in den Unternehmen und Personalbüros. Dort muss endlich kapiert werden, dass ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich durch Erfahrung, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, kommunikative Gesprächsführung, Zuverlässigkeit, Verantwortungsgefühl, Kritikfähigkeit, hohes Arbeitsbewusstsein und Loyalität zum Betrieb auszeichnen", so Blecha, der vor allem die Wirtschaft in der Pflicht sieht.

"Am Pensionssektor sind zahlreiche Maßnahmen gesetzt worden, die auch bereits greifen und je länger diese Maßnahmen wirken, desto mehr wird man sehen, dass es die richtigen Maßnahmen sind", so Blecha in Bezug auf das Auslaufen der Hacklerregelung, die Reform der Invaliditätspension und die Einführung des Pensionskontos.

"Wenn heute jemand über 50 seinen Job verliert, hat sie oder er fast keine Chance auf einen neuen Arbeitsplatz. Daher her mit den Jobs für Ältere und zwar Jobs, die nicht krank machen! Daher auch: her mit der betrieblichen Gesundheitsvorsorge! Her mit dem Pensionsmonitoring -dadurch wird detailliert aufgeschlüsselt in welchen Betrieben, in welchen Branchen, in welchen Betriebsgrößen, in welchen Regionen besonders häufig Altersarbeitslosigkeit und Frühpensionen vorkommen. Und auch her mit dem Bonus-Malus-System für Unternehmen, wo Betriebe belohnt werden die Ältere beschäftigen und einen Malus zahlen müssen, wenn sie dies nicht tun", so Blecha abschließend.
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GS Andreas Wohlmuth, Pensionistenverband Österreichs, Telefon: 0664-48 36 138

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