Industrie: Pensionskommissionszahlen unterstreichen dringenden Handlungsbedarf

IV-GS Neumayer: Beschwichtigung ist fehl am Platz - Massiver Anstieg der Pensionskosten - Bisherige Reformschritte unzureichend - Antrittsalter an Lebenserwartung koppeln

Wien (OTS/PdI) - "Die Kosten für das Pensionssystem liegen heute schon weit über Plan und steigen weiter massiv an. Die aktuellen Pensionskommissionszahlen unterstreichen erneut den dringenden Handlungsbedarf im Pensionssystem", betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer heute, Mittwoch, anlässlich der Pressekonferenz von Bundeskanzler Werner Faymann und Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Laut aktuellen Daten der Pensionskommission steigen die Bundesmittel für Pensionen von 9,7 Mrd. Euro im Jahr 2013 auf 13,5 Mrd. Euro im Jahr 2019 an, im Jahr 2007 waren es noch 6,9 Mrd. "Es ist jetzt Zeit zu handeln, die bisherigen Reformschritte im Pensionssystem sind unzureichend. Beschwichtigungen sind fehl am Platz. Seit 1970 hat sich die Pensionsbezugsdauer der Frauen im Durchschnitt rund verdoppelt, jene der Männer vervierfacht", so der IV-Generalsekretär.

"Wir brauchen ein Pensionssystem, das die Veränderung der Lebenserwartung konsequent berücksichtigt. Das entspricht auch der wiederholten Empfehlung von EU-Kommission und OECD. Nur so können wir echte Nachhaltigkeit und die langfristige Finanzierbarkeit sicherstellen", unterstrich der Generalsekretär. Auch die weitere Einschränkung gesetzlicher Frühpensionsmöglichkeiten und eine raschere Anpassung des gesetzlichen Frauenpensionsalters an das der Männer seien notwendig. Nach derzeitiger Gesetzeslage würde eine stufenweise Angleichung des Frauenpensionsalters erst 2024 beginnen und erst 2033 abgeschlossen sein. Damit befände sich Österreich unter den letzten in der EU. "Rufe nach Bonus-Malus-Modellen bzw. einer Pönalisierung der Betriebe gehen am eigentlichen Problem vorbei. Wir müssen im Pensionssystem selbst ansetzen, um Nachhaltigkeit sicherstellen zu können", so der IV-Generalsekretär. "Es muss das Ziel sein, für heutige und kommende Generationen eine verlässliche Altersversorgung garantieren zu können. Das kann uns nur gelingen, wenn wir endlich damit anfangen, die steigende Lebenserwartung auch im Pensionssystem abzubilden", betonte Neumayer. "Die Betriebe leisten jedenfalls ihren Beitrag - das beweisen immer mehr Beispiele aus Unternehmen, die für alter(n)sgerechtes Arbeiten sorgen. Aber auch jede bzw. jeder Einzelne muss ihren bzw. seinen Beitrag leisten", so Neumayer.

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