Arbeit kann Ihre Gesundheit gefährden: AK Oberösterreich fordert besseren Schutz der Beschäftigten

Linz (OTS) - Die jüngste Studie der Statistik Austria deckt sich mit den Erfahrungen der AK Oberösterreich: Immer mehr Arbeitnehmer/-innen sehen ihre Gesundheit durch körperliche und psychische Überbeanspruchung gefährdet. Doch anstatt den Schutz für Beschäftigte zu gewährleisten, fordern Arbeitgebervertreter/-innen, die bestehenden Vorschriften weiter zu lockern. "Unternehmerische Freiheit hat dort ihre Grenzen, wo sie auf Kosten der Gesundheit der arbeitenden Bevölkerung geht", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Der Österreichische Arbeitsgesundheitsmonitor der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigt, dass bereits 29 Prozent aller Beschäftigten als "psychisch höher belastet" einzustufen sind, zehn Prozent als "sehr hoch". Die aktuellsten Zahlen der Statistik Austria zeichnen ein ähnliches Bild. Hauptursache für psychische Belastungen sind Termin-und Zeitdruck in der Arbeit. Im Jahr 2013 gab es alleine in Oberösterreich 760.000 Krankenstandstage aufgrund psychischer Erkrankungen - fast drei Mal so viele wie noch im Jahr 2003. Doch auch körperliche Belastungen, beispielsweise durch die Handhabung schwerer Lasten, sind weit verbreitet.

Viele Betriebe halten sich an die Vorschriften und schützen ihre Beschäftigten vorbildlich. Die Arbeiterkammer möchte, dass diese durch ein Bonus-Malus System unterstützt werden. Wer allerdings krankmachende Arbeitsbedingungen nicht abstellt, soll zahlen müssen. "Es ist auch eine Frage des fairen Wettbewerbs", erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Weshalb sich Vertreter der Wirtschaft schützend vor jene stellen, die sich nicht an Gesetze halten, ist für korrekte Unternehmer wohl kaum nachvollziehbar."

Die bestehenden Gesetze zum Schutz der Arbeitnehmer/-innen werden zum einen nicht konsequent umgesetzt und können zum anderen nicht ausreichend kontrolliert werden: "Derzeit sind österreichweit etwa 300 Arbeitsinspektoren im Einsatz. Um eine jährliche Überprüfung von Betrieben zu gewährleisten, wären laut Rechnungshof mehr als 2000 nötig", erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und fordert mehr Kompetenzen und Ressourcen für die Arbeitsinspektion.

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