s Versicherung Podiumsdiskussion: Pensionsgipfel 2030

"Wenn die Babyboomer zu Pensionsboomern werden"

Wien (OTS) - "Die langfristige Finanzierung und die generationengerechte Gestaltung unseres Pensionssystems zählen mit zu den bedeutendsten volkswirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Eine Verantwortung, der wir uns als führender Lebensversicherer in Österreich bewusst stellen", leitete Heinz Schuster, Vorstandsvorsitzender der s Versicherung, die Podiumsveranstaltung "Pensionsgipfel 2030" am 25. November im Grand Salon des Park Hyatt Vienna ein. Rund 80 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Interessensvertretungen, sowie Medien waren der Einladung der s Versicherung gefolgt.

Anstieg beim Bundeszuschuss zu Pensionen seit 2003

Trotz zahlreicher Reformen in Österreich ist der Bundeszuschuss zu den Pensionen in den Jahren 2003 bis 2013 laut Zahlen des Bundesministeriums für Finanzen signifikant auf 8,7 Milliarden Euro gestiegen. Laut Experten kommt aufgrund der demografischen Entwicklung 2030 bis 2040 eine Verdoppelung der so genannten "Alterslastquote" durch die bevorstehende Verrentung der Babyboomer-Jahrgänge auf Österreich zu. Wie diese Herausforderung zu bewältigen ist und welche konkreten Lösungsansätze es zur langfristigen und nachhaltigen Absicherung des österreichischen Pensionssystems gibt, stand im Fokus des "Pensionsgipfels 2030" der s Versicherung.

Impuls Prof. DDr. Bert Rürup "Sichere Pension - gibt's die?"

Prof. DDr. Bert Rürup, Präsident des Handelsblatt Research Instituts und führender Experte für Altersvorsorge, leitete mit seinem Impulsvortrag eine spannende und durchaus kontroversiell geführte Expertendiskussion ein.

"Die drei renommierten Ökonomen Dutta, Kapur und Orszag konnten (2000) zeigen, dass unter portfoliotheoretischen - sprich risikodiversifizierenden - Gesichtspunkten mischfinanzierten Systemen der Vorzug vor monistisch finanzierten Systemen zu geben ist. Allerdings ist es bislang noch nicht gelungen, das "optimale Mischungsverhältnis" zwischen umlagefinanzierten und kapitalgedeckten Pensionen anzugeben. Dennoch wird man angesichts einer Kapitaleinkommensquote von über 30% in Relation zum Bruttoinlandsprodukt vermuten dürfen, dass der derzeitige Anteil kapitalgedeckter Pensionen in Österreich, mit gerade einmal 3,52% in Bezug auf die gesamten Pensionen sehr gering ist - und zwar völlig unabhängig von weiteren möglichen mit Leistungsrücknahmen verbundenen Pensionsreformen.

Die Diskussion über kapitalgedeckte Ergänzungssysteme in Österreich leidet darunter, dass viele, die für einen Ausbau solcher Systeme werben, dies oft mit der Forderung nach einem - vermeintlich -notwendigen Rückbau des Umlagesystems verbinden, während die SPÖ und die Gewerkschaften in kapitalgedeckten Systemen verabscheuungswürdiges neoliberales Teufelszeug sehen. Ich halte beide Positionen für falsch. Angesichts der bereits beschlossenen deutlichen Leistungsrücknahmen beim staatlichen System, die insbesondere die Jüngeren treffen, sollten sich eigentlich auch die SPÖ und die Gewerkschaften für einen Ausbau der ergänzenden Betriebsrenten oder eine Stärkung der "prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge" stark machen. Ein Blick über die Grenzen Österreichs wäre angebracht, um ideologische Scheuklappen abzulegen."

Auf dem hochkarätig besetzten Podium diskutierten im Anschluss Bundesminister Rudolf Hundstorfer, Dr. Therese Niss, Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI), Dr. Ulrich Schuh, Forschungsvorstand EcoAustria und Mitglied der österreichischen Pensionskommission sowie DI Manfred Rapf, Vorstandsdirektor der s Versicherung und Vorsitzender der Sektion Lebensversicherung im Versicherungsverband, gemeinsam mit Prof. DDr. Bert Rürup unter der Moderation von Ronald Barazon mögliche Lösungsmodelle.

Wie finanzieren wir die Pensionen im Jahr 2030?

"Unser Pensionssystem ist eines der sichersten der Welt. Das staatliche Umlageverfahren schützt vor Spekulationen und Börsenschwankungen - auch noch im Jahr 2030. Dann werden wir - das zeigen die neusten Prognosen von Pensionskommission und WIFO - mehr EinwohnerInnen haben, aber auch mehr ältere arbeitende Menschen. Deshalb wird es auch mehr Erwerbstätige - vor allem ältere ArbeitnehmerInnen - geben, die Wirtschaftsleistung steigt insgesamt. Die Veränderung der Arbeitswelt führt dazu, dass Frauen höhere Pensionen bekommen werden. Durch die höheren Einkommen steigen auch die Einnahmen des Staates, die Finanzierung bleibt stabil", betonte Bundesminister Rudolf Hundstorfer.

"Wir leisten uns immer noch eines der großzügigsten Pensionssysteme der Welt, und nach wie vor gehen wir viel zu früh in Pension", so die Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI), Dr. Therese Niss. "Damit ist auch das Pensionssystem einer der Gründe dafür, dass unser Schuldenberg Jahr für Jahr anwächst - trotz bereits rekordverdächtiger Belastung durch Steuern und Abgaben. Es braucht daher dringend echte strukturelle Reformen im Pensionsbereich -inklusive eines echten Automatismus bei der Anpassung des Pensionsalters an die Lebenserwartung, denn irgendwann müssen wir die Schulden auch wieder zurückzahlen. Zudem drohen allein aufgrund der Demografie höhere Kosten. Die Mehrfachbelastung der Jugend ist unfair", ergänzt Niss.

"Trotz einer vergleichsweise günstigeren demografischen Ausgangsposition weist Österreich deutlich höhere öffentliche Ausgaben für Pensionsleistungen auf als etwa Deutschland. Dies spiegelt einerseits die auffällige Dominanz der staatlichen Säule in der Altersvorsorge in Österreich wider und andererseits die Tatsache, dass unausweichliche Reformschritte in der gesetzlichen Pensionsversicherung nur sehr zögerlich gesetzt werden", erläuterte Dr. Ulrich Schuh, Forschungsvorstand EcoAustria. "Die deutliche Dämpfung der Ersatzleistungen in der gesetzlichen Pensionsversicherung wird die Notwendigkeit erhöhter privater Vorsorge schon in naher Zukunft evident machen. Verstärkt wird diese Tendenz durch noch ausstehende weitere Reformschritte in der staatlichen Säule."

"Österreich hat ein sehr gut ausgebautes staatliches Pensionssystem. Der demografische Wandel stellt die staatliche Vorsorge aber in Zukunft vor große Herausforderungen. Im europäischen Vergleich hat Österreich immer noch enormen Nachholbedarf in der Durchdringung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge. Während im westeuropäischen Durchschnitt rund 4,5% der Wirtschaftsleistung (BIP) in die private Lebensversicherung fließen, sind es in Österreich mit 2,1% weniger als die Hälfte. Damit ist Österreich klares Schlusslicht in Westeuropa. Ein Zukunftsmodell zur nachhaltigen Absicherung der Pensionen sollte auf einem integrierten und auf Dauer tragfähigen Drei-Säulen-Modell basieren, in dem die private und die betriebliche Vorsorge eine wichtige Ergänzung zur staatlichen Versorgung darstellen", strich DI Manfred Rapf, Vorstand der s Versicherung und Sprecher der Sektion Leben im österreichischen Versicherungsverband, hervor.

Bei der anschließenden Publikumsrunde hatten die Gäste die Gelegenheit, ihre Fragen an die Experten des Podiums zu richten. Den gemütlichen Ausklang und ausreichend Möglichkeit zum vertiefenden Dialog fand die Veranstaltung beim anschließenden Abendbuffet.

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Thomas Steiner
Pressesprecher
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