Zwazl: "Wo Wirtschaft in den Schatten gestellt wird, dort geht dem ganzen Land der Saft aus"

WKNÖ-Wirtschaftsparlament drängt auf "Mittelstands-Paket"

St. Pölten (OTS) - Unterstützung für die Wirtschaft, Entlastung, weniger Bürokratie - das waren die Kernthemen von Sonja Zwazl, der Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) in ihrem Bericht an das WKNÖ-Wirtschaftsparlament. Zwazl griff dabei zu einem Vergleich mit der Raumsonde "Philae", die aufgrund einer nicht punktgenauen Landung ihre Solarzellen nicht mehr aufladen konnte. Vergleichbares gelte es in der Wirtschaft zu vermeiden: "Denn wo die Wirtschaft in den Schatten gestellt, also übermäßig belastet wird und deshalb ihre Batterien nicht aufladen kann, dort geht dem ganzen Land der Saft aus. Das darf nicht passieren!"

"Keine bürokratischen Rucksäcke und überbordende Kontrollen"

Niederösterreichs Unternehmen stehen für rund 415.000 Arbeitsplätze, sorgen für Lohn- und Gehaltszahlungen von rund 14,5 Milliarden Euro und tragen fünf Milliarden Euro zur Absicherung der sozialen Netze bei, erinnerte Zwazl. "`Die Wirtschaft schafft's` ist kein leerer Slogan", so die WKNÖ-Präsidentin. "Damit wir es aber auch weiter schaffen können, braucht es keine weiteren Belastungen, bürokratischen Rucksäcke und keine überbordenden Kontrollen. Es braucht Maßnahmen, die unsere Unternehmen unterstützen."

Entlastungen und Flexibilisierungen

In einem vom Wirtschaftsparlament beschlossenen Leitantrag wird von der Bundesregierung ein "Mittelstands-Paket für Entlastung, Wachstum und Beschäftigung" verlangt. Es umfasst unter anderem die Forderung nach einer Senkung der Lohnnebenkosten und der SVA-Beiträge, sowie nach einer Durchforstung des Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) nach familienfremden Leistungen. Außerdem sollen thermische Sanierungen weiter forciert, Arbeitsrecht und Arbeitszeit flexibilisiert werden.

"Schmutzkonkurrenz" Betriebsmittel entziehen

Im Interesse von mehr Fairness im Wettbewerb drängte Zwazl darauf, sicherzustellen, dass der ausländische Onlinehandel die in Österreich fällige Umsatzsteuer auch wirklich bezahlt. "Technologische Entwicklung und Fairness im Wettbewerb dürfen nicht auseinanderklaffen." Außerdem drängte Zwazl auf verschärfte Maßnahmen gegen "Pseudo-Unternehmen", die illegal über die Grenze arbeiten. "Da sind unsere Behörden gefordert, damit Schmutzkonkurrenz wirklich erwischt und auch gestraft wird." So sollen laut Zwazl etwa Betriebsmittel - "von der Hilti bis zum Auto" - eingezogen werden.

Wiedersich: Besuchsaktion in 5.000 NÖ Betrieben

WKNÖ-Direktor Franz Wiedersich strich in seinem Bericht über das Arbeitsjahr 2014 vor allem die Mitgliederkontaktoffensive, über die zwischen März und September fast 5.000 niederösterreichische Unternehmen von WKNÖ-Mitarbeitern besucht wurden, hervor. Unternehmerinnen und Unternehmern haben dadurch die Leistungen der WKNÖ, die WKNÖ-Mitarbeiter die Betriebe von innen noch besser kennengelernt. Wiedersich: "Aus unserer Sicht ein voller Erfolg!"

Als weiteren Schwerpunkt betonte Wiedersich die eigene Studie zum Produktionsstandort Niederösterreich, mit der aufgezeigt wurde, dass in Niederösterreich 35 Prozent der Beschäftigten und 45 Prozent der Wertschöpfung auf den Produktionssektor zurückzuführen sind. In einem weiteren Schritt werden nun konkrete Maßnahmen im Interesse des Produktionsstandorts erarbeitet.

Wirtschaftsverständnis an Schulen steigern

Weitere WKNÖ-Vorhaben für 2015 betreffen unter anderem eine Verstärkung des Wirtschaftsverständnisses an den Schulen. So sollen Lehrer nicht nur verstärkt in Kontakt mit Unternehmen gebracht, sondern auch mit zahlreichen Aktivitäten wie einer Business-Week für Kinder, einem Schulbuch-Screening oder einem eigenen Studiengang Unternehmertum an der New Design University (NDU) in St. Pölten das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge an den Schulen und bei den Jugendlichen geschärft werden. Die bereits erwähnte WKNÖ-Besuchsaktion wird fortgesetzt, die Unterstützung regionaler Initiativen weitergeführt. Außerdem plant die WKNÖ 2015 die Erstellung eines eigenen Nachhaltigkeitsberichts.

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