Huainigg: Enquete-Kommission bringt wichtige Vorschläge für Stufenplan für flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Am Lebensende haben Menschen oft diffuse Angst vor Schmerz und Leid. Sie haben Sorge, nicht mehr Herr der eigenen Lage zu sein und selbstbestimmt handeln zu können. Sie haben Sorge, alleine gelassen zu werden. Unsere Antwort auf diese Nöte und Ängste muss heißen: bestmögliche Hospiz- und Sterbebegleitung sowie Palliativversorgung, äußerte sich heute, Dienstag, ÖVP-Behindertensprecher Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg anlässlich der Sitzung der Enquete-Kommission "Würde am Ende des Lebens" im Parlament.

Derzeit haben wir in Österreich zirka 400 Hospiz- und Palliativbetten. Laut ÖBIG beträgt der Versorgungsgrad im österreichischen Schnitt nur rund 60 Prozent, bei palliativen Beratungsteams z.B. überhaupt nur 34 Prozent. Werden Menschen gefragt, wo sie sterben möchten, so kommt als überwiegende Antwort "zu Hause", doch Faktum ist, dass zirka 70 Prozent in Spitälern und Pflegeheimen aus dem Leben scheiden.

"Natürlich ist der Betroffene im Fokus des Betreuungsteams, doch es darf dabei nicht auf die Angehörigen und das nahe Umfeld vergessen werden - wie auch heute von Angehörigen geschildert wurde. So wurde der Gatte einer krebskranken Frau zitiert: 'Ich bin jetzt schon ein Jahr mit meiner Frau in diversen Krankenhäusern und Einrichtungen unterwegs und nie hat MICH jemand gefragt, wie es mir geht'. Das zeigt sehr eindrücklich, was es braucht, und andererseits auch, wie wenig es manchmal nur braucht, um Menschen in einer so schwierigen Situation aufzufangen", führt Huainigg weiter aus.

Die heutige Sitzung der Enquete-Kommission wiederum unter Einbeziehung vielfältiger und zahlreicher Expertinnen und Experten hat sich mit dem Status Quo der Hospiz- und Palliativversorgung, der Frage der ärztlichen Ausbildung in diesem Bereich und der Perspektive der Angehörigen auseinandergesetzt. Vor allem die Lücken in der Hospiz- und Palliativversorgung wurden angesprochen. Für die Politik gelte daher, einen Hospiz- Stufenplan umzusetzen, der vielerlei Vorschläge, Maßnahmen und Themenbereiche zu konkretisieren hat. Um nur einige zu nennen:

  • Ausbau der abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung: umfassende Integration von Hospiz und Palliative Care in Senioren- und Pflegeeinrichtungen, Geriatriezentren, Tageseinrichtungen, Hauskrankenpflege, Krankenhäuser, Einrichtungen für Kinder- und Jugendheilkunde und Versorgungseinrichtungen für Menschen mit Behinderung;
  • Palliativmedizin verstärkt in der Ärzteausbildung verankern, Ausbildung zum Palliativmediziner;
  • Bewusstseinsbildung und Information generell und speziell über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht;
  • Unterstützungsangebote für trauernde und pflegende Angehörige, Evaluierung der Familienhospizkarenz;
  • Förderung der Aus-, Fort- und Weiterbildung für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Förderung von Freiwilligenarbeit / Ehrenamtlichkeit als entscheidender Bestandteil des Hospiz- und Palliativwesens. (Schluss)

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