Grüne: Abschaffung der Frauenbeauftragten in Graz ist Armutszeugnis

Aslan: Effektive Frauenpolitik benötigt finanzielle Absicherung

Wien (OTS) - Ausgerechnet die Grazer SPÖ-Vizebürgermeisterin Martina Schröck, die auch das Amt der Frauenstadträtin bekleidet, kündigt nun an, die Institution der unabhängigen Frauenbeauftragten der Stadt abzuschaffen.

Die parteiunabhängige Frauenbeauftragte war in Österreich eine einzigartige, unter Ex-Bürgermeister Alfred Stingl eingerichtete Stelle, auf die die Stadt Graz und die steirische Sozialdemokratie immer stolz gewesen sind. Jetzt soll die Stelle der
Unabhängigen Frauenbeauftragten gestrichen und durch eine Ombudsstelle ersetzt werden, die SPÖ bleibt tatenlos. "Parteiunabhängige Frauenbeauftragte gehören zu den wichtigsten Säulen der österreichischen Frauenpolitik, statt eine zu streichen, sollten weitere geschaffen werden", fordert die Grüne Bundesfrauensprecherin, Berivan Aslan.

Dass die Subventionen der Einrichtung gekürzt werden, obwohl das Ergebnis der von ihnen in Auftrag gegebenen Evaluierung sehr gut ausgefallen ist, kritisiert auch das Frauenservice Graz. "Ich fordere eine finanzielle Absicherung, denn nur dann kann effektive, autonome und parteiunabhängige Frauenpolitik gemacht werden", meint Aslan.

Dazu kommt, dass die Institution im Budget vorgesehen gewesen ist und der Vertrag für die Ombudsstelle, die stattdessen geschaffen werden soll, auf einem freien Werkvertrag beruht, was wieder Frauen trifft. "Wieso es zu dieser Entscheidung kam, wurde bisher nicht transparent kommuniziert. Mittlerweile regt sich ein breiter Protest gegen die Streichung, ich bin gespannt, ob Vizebürgermeisterin Schröck auf die Bedürfnisse der Frauen und Mädchen eingehen wird und ihre Entscheidung noch überdenkt oder ob die Frauenbeauftragte auf dem Koalitionstisch mit der ÖVP kurzerhand geopfert wurde", sagt Aslan.

Rückfragen & Kontakt:

Grüner Klub im Parlament
Tel.: +43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0003