Khol: Sterbenden die helfende Hand reichen, statt Druck zum Tode auszuüben

Rechtsanspruch auf Palliativ- und Hospizversorgung sowie die Übernahme der Kosten für Patientenverfügungen durch Krankenkassen gefordert!

Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen zweiten öffentlichen Sitzung der Parlamentarischen Enquetekommission zur 'Würde am Ende des Lebens' unter der überparteilichen Leitung von Mag. Gertrude Aubauer hielt Univ.-Prof. Dr. Andras Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes, in seiner Funktion als amtsführender Präsident des Österreichischen Seniorenrates - der gesetzlichen überparteilichen Interessenvertretung der mehr als zwei Millionen Seniorinnen und Senioren Österreichs fest:

"In dieser Debatte um die 'Würde am Ende des Lebens' ist für uns klar: Wir wollen Sterbenden die helfende Hand reichen, statt auf sie einen gesellschaftlichen Druck zum Tode auszuüben. Schon 2001 haben wir hier im Hohen Haus einen Allparteienkonsens gefunden, um diesen Weg gemeinsam zu gehen - heute stärken wir diesen Weg weiter und erhalten Österreich somit als positives Vorbild hinsichtlich der Sterbekultur mit Hospiz- und Palliativarbeit."

Khol zu den konkreten Senioren-Anliegen:

"Kein Mensch darf unter Druck geraten, dass man ihm einen möglichst raschen Tod 'nahe legt'. Um die Selbstbestimmung zu stärken, soll die Vorsorgevollmacht mit dem geplanten Vorsorgedialog helfen - dieser soll aber auch schon vor einem Umzug in ein Pflegeheim ansetzen können. Auch bei der Patientenverfügung muss es konkrete Fortschritte geben: Die Krankenkassen sollen die Kosten für die Erstellung der Patientenverfügung übernehmen und sollen ihren Dienststellen aktive Beratungsgespräche durch Ärzte anbieten. Die Verfügung selbst ist in ELGA zu speichern. Durch die nötige Reform der Verwaltung von Pflege-Sachleistungen wollen wir das nötige Geld für den Ausbau von Hospiz- und Palliativversorgung frei bekommen. Und das im Pflegefonds vereinbarte Case-Management (Einzelfall-Beratung) soll die Beratung auch zu Hospiz- und Palliativversorgung wohnortnahe, bedarfsgerecht und zeitnahe sicherstellen. Diese Fortschritte sind wichtig - der Erhalt der 'Würde am Ende des Lebens' darf nicht am Geld scheitern!"

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Seniorenbund
stv. Generalsekretärin
Susanne Walpitscheker
Tel.: 0650-581-78-82, swalpitscheker@seniorenbund.at
www.seniorenbund.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SEN0001