WKÖ-Gleitsmann: Arbeit nicht krank reden

Eigenverantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärken - immer neue Reglementierungen helfen nicht weiter

Wien (OTS/PWK827) - Die heute von der Statistik Austria veröffentlichten Gesundheitsdaten bedürfen einer genauen und objektiven Betrachtung, betont Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Das willkürliche Herauspicken einzelner Daten und Teilaussagen könne keine seriöse Basis zur Ableitung politischer Forderungen sein, betont Gleitsmann mit Verweis auf die Aussendung des ÖGB, in der abermals weitere Verpflichtungen für Arbeitgeber eingefordert werden.

Für die heute präsentierte Erhebung wurde die Frage nach den als "arbeitsbedingt" titulierten Gesundheitsproblemen folgendermaßen gestellt: "Hatten Sie in den letzten 12 Monaten eine oder mehrere Gesundheitsproblem/e, die durch die Arbeit verursacht oder verschlechtert wurden?". Durch die Einbeziehung des Faktors "Verschlechterung" sind auch unabhängig von der Arbeit entstandene Gesundheitsprobleme erfasst - eine genaue Ursachenklärung gibt es nicht.

Was die abgefragten psychischen Belastungen betrifft, so brauche es eine gesamthafte Betrachtung, betont Gleitsmann. "Psychische Gesundheit ist vieldimensional. Psychische Belastungen nur auf den Arbeitsplatz zurückzuführen, ist eine verkürzte Sichtweise, die nicht der Realität entspricht. Damit werden die Arbeitgeber ungerechtfertigt zum Sündenbock gemacht - und es hilft den Betroffenen nicht nachhaltig weiter". Nach internationalen Erhebungen hängen rund 80% der Gesundheit vom Gesundheitsbewusstsein und damit privaten Verhalten eines Menschen ab.

Gleitsmann: "Generell ist festzuhalten: Die Dienstgeber in unserem Land nehmen ihre Verantwortung für Mitarbeiter wahr und sorgen für ein gutes Arbeitsumfeld. Anders wäre es nicht zu erklären, dass Österreich bei Befragungen zur Mitarbeiterzufriedenheit ausgezeichnet abschneidet." Im European Working Conditions Survey (EWCS) werden europaweit regelmäßig 44.000 Beschäftigte befragt. Die Österreicher liegen dabei in der Arbeitszufriedenheit an fünfter Stelle - unter 34 europäischen Ländern. Auch laut dem Flash Eurobarometer 298 vom April 2014 freuen sich hierzulande 92% über einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz.

"Arbeit nur als Belastung zu verkaufen, ist kontraproduktiv und schlicht falsch. Wir dürfen uns Arbeit nicht krank reden lassen! Dass es als sinnstiftend empfunden wird, eine Beschäftigung zu haben, sieht man auch daran, dass Erwerbslosigkeit ein massiver psychischer Belastungsfaktor ist. Arbeitende Menschen sind gesünder als nicht arbeitende, " ergänzt Gleitsmann mit Verweis auf Berechnungen der Donau Uni Krems auf Basis der österreichischen Gesundheitsbefragung 2006/2007.

"Mit immer neuen Forderungen nach weiteren Reglementierungen, weiterem Aufwand für die Unternehmer und weiteren Zwängen kommen wir nicht weiter. Solche Korsette nehmen unseren Betrieben nur weiter die Luft zum Atmen, machen aber niemanden gesünder. Stattdessen sollten wir alle versuchen, die Eigenverantwortung des Einzelnen für sein persönliches Wohlbefinden zu stärken. In diese Richtung gehen auch unsere Unterstützungsmaßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung, mit denen die WKÖ vor allem kleine und mittlere Betriebe anspricht." (PM)

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