Schreuder: Wieder homophober Gewaltakt in Wien - Hassdelikte richten sich gegen eine ganze Bevölkerungsgruppe

Grüne: Hassdelikte müssen in Verhetzungsparagraphen erwähnt und systematisch erfasst werden

Wien (OTS) - In den frühen Morgenstunden am Freitag dem 21.November wurde ein junger schwuler Mann und Travestiekünstler in Wien wüst homophob beschimpft, die Treppe hinuntergestoßen und anschließend brutal zusammengeschlagen. Er wollte gerade eine Party verlassen und sich auf den Heimweg machen. Neben Prellungen, Hämatomen und einer Platzwunde im Gesicht, bleibt auch die Wut über das "Nicht-Eingreifen" anwesender Türsteher.

"Das war eindeutig ein Hassdelikt (,hate crime') aufgrund der sexuellen Orientierung zu denen es auch in Österreich immer wieder kommt. Körperliche Gewalt und verbale Attacken auf Lesben, Schwule, Transgender und Intersexuelle Menschen sind keine Seltenheit. Wegschauen gilt nicht. Eine verantwortungsvolle Bundesregierung muss hier rasch Zeichen setzen", fordert Marco Schreuder, Bundesrat und Bundessprecher der Grünen Andersrum.

Hassdelikte sind Straftaten, die die TäterInnen aus Verachtung und Hass beispielsweise gegenüber Menschen aus anderen Kulturen oder gegen Lesben, Schwule, Transgender, Intersexuelle begehen. Diese Taten richten sich nicht auf ein bestimmtes Verhalten der Opfer, sondern auf ihre Identität und ihre gesamte Existenz. Schlussendlich werden damit ganze Bevölkerungsgruppen eingeschüchtert.

"Wir brauchen zweierlei: Eine explizite Erwähnung im Verhetzungsparagraphen und eine systematische Erfassung von homo- und transphoben Gewalttaten seitens der Behörden und der Polizei", appelliert Schreuder. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe Hassverbrechen zu verhindern. Eine wirkungsvolle Strafverfolgung braucht aber auch eine Sensibilisierung in der Aus- und Weiterbildung für MitarbeiterInnen der Polizei und Justiz. Damit es für Polizei und Justiz in der Praxis leichter wird, Hassdelikte zu erkennen und strafrechtlich zu verfolgen.

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