ÖGB-Anderl: Gewalt gegen Frauen oft auf "versteckte Art"

Bewusstseinsbildung und Prävention auf allen Ebenen notwendig

Wien (OTS/ÖGB) - "Gewalt gegen Frauen tritt nicht immer offen zu Tage. Oft ist es gerade die 'versteckte Art' der Gewalt, die Frauen am meisten schmerzt", stellt Renate Anderl, ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende und Vizepräsidentin des ÖGB, anlässlich der internationalen Kampagne "16 Tage gegen Gewalt" fest. "Bewusstseinsbildung und Prävention auf allen Ebenen sind daher notwendig - auch am Arbeitsplatz", fordert Anderl.++++
"Wir müssen der Gewalt gegen Frauen aktiv entgegentreten und dürfen dabei nichts verharmlosen. Das gilt in allen Bereichen des Lebens, insbesondere auch am Arbeitsplatz", fordert Anderl. Gewalt gegen Frauen tritt in unterschiedlichen Formen auf: Sie kann auf physischer, sexueller, psychischer, ökonomischer oder sozialer Ebene ausgeübt werden. Oft sind es auch verkrustete Organisationsstrukturen, die sich letztendlich gegen Frauen richten. Am Arbeitsplatz sind es auch Mobbing, sexuelle Belästigung und körperliche Attacken, die dazu führen, dass Menschen sowohl psychisch als auch physisch in ihrer Arbeitsleistung beeinträchtigt sind. Anderl: "Es ist die Pflicht der Arbeitgeber, dafür zu sorgen, dass die unterschiedlichsten Formen von Gewalt am Arbeitsplatz verhindert werden. BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen leisten bereits wertvolle Aufklärungsarbeit."
Die ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende begrüßt in diesem Zusammenhang den erst kürzlich vom Nationalrat beschlossenen Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen. Dieser beinhaltet 64 geplante Maßnahmen vor allem auch im Bereich der Prävention und des Opferschutzes. Anderl:
"Wir müssen alles unternehmen, dass diese Maßnahmen auch umgesetzt werden."

Die ÖGB-Frauen fordern:
O Verbesserung der Fürsorgepflicht von Arbeitgebern und Dienstgebern.

O Information und Sensibilisierung von ArbeitnehmerInnen und Führungskräften.
O Schaffung einer Konfliktbewältigungskultur im Unternehmen.
O Einsatz von KonfliktmediatorInnen/-lotsInnen und ArbeitspsychologInnen in Unternehmen.
O Thematisierung von Gewalt/Diskriminierung/Mobbing/sexueller Belästigung - verbessern der Konfliktkultur im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung.
O Ausreichende finanzielle Mittel für Frauenhäuser, Gewaltschutzzentren und Frauenberatungsstellen.
Allgemeines SERVICE:
Um (werdende) Eltern zu unterstützen, haben die ÖGB-Frauen die Informationsbroschüre Baby Package erstellt. Diese kann unter frauen@oegb.at oder Tel: 01/5344-39042 kostenfrei bestellt werden.

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ÖGB-Kommunikation
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