Neue industrielle Revolution ist Chance für Österreich – Industrie 4.0 als Wachstumsmotor

Wien (OTS) - Drei industrielle Revolutionen hat es bereits gegeben:
die Einführung mechanischer Produktionsanlagen, der arbeitsteiligen Massenproduktion, der Nutzung von IT und Elektronik zur Automatisierung. Zurzeit erleben wir den Beginn der vierten industriellen Revolution: die zunehmende Verbindung digitaler und physischer Systeme. Österreich ist für diese Revolution gut gerüstet und kann seine internationale Wettbewerbsfähigkeit halten bzw. ausbauen, wenn rasch die richtigen Schritte gesetzt werden. Es werden neue Arbeitsplätze in qualifizierten Bereichen entstehen.

Autonome Roboter, die durch die Werkshallen gleiten, Cyber-Physical-Systeme (d. h. die Kommunikation zwischen mechanischen und elektronischen Teilen), Cloud- und Big-Data-Analytics werden die Produktionsstätten der Zukunft bestimmen. Die rasante technologische Entwicklung wird unsere Arbeitsweise beim Planen und Fertigen grundlegend und nachhaltig verändern. Industrie 4.0 ermöglicht es österreichischen Produzenten, zusätzliche Produktivitätssteigerungen von bis zu zehn Prozent in den kommenden Jahren zu erzielen. Besonders hohes Potenzial für die Erhöhung der Produktivität gibt es im Maschinen- und Anlagenbau sowie bei Komponentenherstellern. Das zusätzlich mögliche Wachstum entspricht bis zu einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bzw. derzeit bis zu drei Milliarden Euro pro Jahr. Zu diesen Ergebnissen kommen die Berater der Boston Consulting Group (BCG) in ihrer aktuellen Studie "Industrie 4.0".

Produzierende Unternehmen profitieren über alle Branchen hinweg

Dank verbesserter Fertigungsbedingungen in allen wesentlichen Feldern der industriellen Produktion können produzierende Unternehmen und Ausrüster in Österreich schnellere Marktfähigkeit, höhere Flexibilität, gesteigerte Produktivität und verbesserte Qualität erreichen und so in den nächsten fünf bis zehn Jahren ein beträchtliches Wachstum erzielen. Allerdings ist dafür ein schneller Aufbau von Kompetenzen in Software, datenbasierten Dienstleistungen und Systemintegration bei Industrieausrüstern und Produzenten erforderlich.

Die Spanne der möglichen Produktivitätssteigerungen reicht von fünf bis knapp zehn Prozent der Gesamtkosten. Besonders starke Produktivitätszuwächse sind bei Maschinen- und Anlagenbauer erreichbar: Durch Verringerung von Rüstkosten und Vernetzung der IT-Systeme mit Lieferanten können sie ihre Produktivität um zehn bis zwölf Prozent der Gesamtkosten verbessern. Bezogen auf die Nichtmaterialkosten sind Produktivitätszuwächse von 15 bis 25 Prozent möglich. Selbst Lebensmittelproduzenten können durch Industrie 4.0 ihre Produktivität um bis zu sieben Prozent der Gesamtkosten steigern, indem sie eine Vielzahl von Varianten effizient fertigen, ihre Qualitätskosten reduzieren und ihre Rüstkosten senken. In Summe können österreichische Produzenten im Endzustand von Industrie 4.0 zusätzlich zur normalen Produktivitätssteigerung Effizienzgewinne von acht bis zwölf Milliarden Euro erzielen.

Industrie 4.0 kann für die österreichische Industrie ein echter Produktivitätsbeschleuniger sein. Wichtig sind dafür vor allem die Aufwertung von Komponenten durch Sensoren, zusätzliche Investitionen in intelligente Steuerungssysteme und intelligentes Design von Maschinen sowie flexible Kleinserien, die zu mehr Variantenvielfalt bei Produkten führen. "Österreichische Unternehmen haben gute Chancen, wettbewerbsfähig zu bleiben, Produktivität und Wachstum deutlich zu steigern und mehr hoch qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen", sagt Dr. Hannes Pichler, Partner und Managing Director bei BCG. "Um langfristig im internationalen Vergleich eine Rolle zu spielen, müssen österreichische Unternehmen allerdings wesentlich stärker in den Aufbau von produktionsnaher IT-Kompetenz investieren und gezielt hoch qualifizierte Fachkräfte in diesen Feldern ausbilden."

Industrie 4.0 kurbelt Arbeitsmarkt an

Industrie 4.0 wird auch die Arbeitswelt fundamental verändern. Der steigende Automatisierungsgrad in der industriellen Fertigung sowie die notwendige Fachkompetenz für das Management von intelligent vernetzten Maschinen, Produktionsabläufen und Services erfordern vor allem deutlich mehr spezialisierte Fachkräfte mit IT-Erfahrung. "Es wird zu einem signifikant erhöhten Personalbedarf bei hoch qualifizierten Fachkräften kommen", erläutert Pichler. "Das bedeutet für Österreich steigende Anforderungen an die Ausbildung von Mitarbeitern und Fachkräften." Insgesamt erwarten die BCG-Experten einen positiven Wachstumsimpuls über alle Funktionen hinweg. Unter dem Strich könnten allein im Maschinenbau 10.000 neue Arbeitsplätze entstehen - das entspricht einer Steigerung um ein Prozent.

The Boston Consulting Group (BCG)

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist heute an 81 Standorten in 45 Ländern vertreten. Das Unternehmen befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. In Deutschland und Österreich erwirtschaftete BCG im Jahr 2013 mit 1.500 Mitarbeitern einen Umsatz von 510 Millionen Euro. Für weitere Informationen: www.bcg.at

In ihrem Internetportal bcgperspectives.com bündelt die Boston Consulting Group alle unternehmenseigenen Studien, Kommentare, Grafiken und Videos und stellt sie online zur Verfügung. Neben Publikationen zu aktuellen Wirt¬schafts- und Unternehmensthemen bietet die Plattform auch Veröffentlichungen aus der 50-jährigen Unternehmensgeschichte. Das Onlineportal findet sich unter www.bcgperspectives.com

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