Neues Volksblatt: "Vor der Wahl" von Markus EBERT

Ausgabe vom 24. November 2014

Linz (OTS) - Mit elf Abgeordneten ist das Team Stronach im Parlament vertreten. Wen freilich diese Damen und Herren dort vertreten, ist nicht ganz klar, denn zuletzt kam die Partei in Umfragen auf ein Prozent der Wählergunst. Bei der Wahl vor etwas mehr als einem Jahr waren es - wenngleich auch aus eher unerfindlichen Gründen - noch 5,7 Prozent. Offenbar hat es die überwiegende Mehrheit der 268.679 Österreicherinnen und Österreicher, die ihr Kreuzerl bei der Stronach-Partei gemacht hat, schon bereut, dieser Gruppe sozusagen Kredit gewährt zu haben.
Wenn die einem "starken Mann" (was für eine Wortwahl!) weichen müssende Partei-Vizechefin Kathrin Nachbaur in der Krone sagt, das Team Stronach stehe "für Leistungsgerechtigkeit", ist das angesichts der Performance dieser Partei eine Verhöhnung der Wähler. Denn geleistet hat diese Partei recht wenig, selbst der erste Sprung ins Parlament erfolgte mit tatkräftiger Unterstützung fahnenflüchtiger Ex-BZÖler, die zuvor schon Ex-FPÖler waren.
Auch wenn das Team Stronach als eher kurioses Randkapitel in die österreichische Politik-Geschichte eingehen wird, kann man eines doch lernen: Ein (von gewissen Medien getragener) Hype verschafft einem zusammengewürfelten, auf kruden Ideen eines alten Selfmade-Milliardärs basierenden Konstrukt noch keine politische Daseinsberechtigung. So gesehen ist nach der Wahl vor der Wahl.

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