FPÖ: Karlsböck: Aushungern der Gerichtsmedizin inakzeptabel!

Aufklärung von Verbrechen nicht nur im wissenschaftlichen Interesse

Wien (OTS) - Der Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses und freiheitliche Wissenschaftssprecher NAbg. Dr. Andreas F. Karlsböck kritisiert die jahrelange stiefmütterliche Behandlung der Gerichtsmedizin als Wissenschaftsdisziplin, die nun endgültig inakzeptable Dimensionen angenommen habe.

"Ich erinnere mich daran, dass das Gerichtsmedizinische Institut der Universität Wien mit Wilhelm Holczabek einstmals den Rektor gestellt hat, dann jahrzehntelang vernachlässigt worden ist und heute nur mehr als Department der Medizinischen Universität geführt wird", so Karlsböck. Eine negative Symbolik, die von harten Fakten begleitet werde. So sei es ein Skandal, dass in den letzten sechs Jahren in Österreich nur vier Fachärzte für Gerichtsmedizin ausgebildet worden seien und die Wiener Gerichtsmedizin nicht einmal mehr eine DNA-Analysemöglichkeit habe oder toxikologische Untersuchungen durchführen könne. Auch dass die Zahl der Obduktionen in Wien von einst 3000 auf nunmehr 400 gesunken sei, spreche eine erschütternde Sprache, kritisiert der FPÖ-Wissenschaftssprecher.

Karlsböck schließt sich der Kritik des Wissenschaftsrates an und fordert die Sicherstellung aller für eine funktionierende Gerichtsmedizin notwendigen Ressourcen. Dass die Gerichtsmedizin nicht gewinnbringend arbeiten könne, sei klar, aber es liege im gesamtgesellschaftlichen Interesse, Morde und andere Verbrechen lückenlos aufzuklären. Karlsböck fordert ebenso wie der Wissenschaftsrat eine Bündelung der Zuständigkeiten für die Gerichtsmedizin im Wissenschaftsministerium, denn es sei Aufgabe von Forschung und Lehre, dafür zu sorgen, dass diese Aufklärung nach höchsten wissenschaftlichen Qualitätsstandards erfolge und die entsprechende medizinische Ausbildung angeboten werde.

"Die Bundesregierung ist aufgefordert, sich rasch etwas einfallen zu lassen, um die skandalöse Aushungerung der österreichischen Gerichtsmedizin zu beenden. Denn hier geht es nicht nur um den Wissenschaftsstandort Österreich sondern auch um die Aufrechterhaltung unseres Rechtssystems", betont Karlsböck. Und hier sei "Schluss mit lustig".

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