Kulturminister Ostermayer ehrt den Architekten und Literaten Friedrich Achleitner

Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse im Bundeskanzleramt

Wien (OTS) - "Wir zollen heute Professor Achleitner Dank und Anerkennung für ein herausragendes und vielfältiges Werk im Bereich der Architektur und der Architekturpublizistik. Ebenso ehren wir den Literaten Achleitner, der als Mitbegründer der Wiener Gruppe, gemeinsam mit Gerhard Rühm, Ossi Wiener oder H.C. Artmann eine Avantgarde herausbildete und mit seinen Sprachexperimenten neue Wege beschritten hat. Er hat überdies die Verbindung zwischen Kunst und Wissenschaft geschafft und es verstanden, Architektur mit schöner, poetischer Sprache zu beschreiben", sagte Kulturminister Josef Ostermayer, heute, Freitag, anlässlich der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse an den österreichischen Architekten, Architekturkritiker und Schriftsteller Friedrich Achleitner im Kongresssaal des Bundeskanzleramtes.

Die Anregung für die Auszeichnung kam von Dietmar Steiner, dem Direktor des Architekturzentrums Wien, der Achleitner als "das personifizierte Architekturgewissen seiner Zeit" bezeichnete. Die Laudatio hielt der Architekt, Ausstellungskurator und Autor Otto Kapfinger, der Achleitner eine herausragende Doppelbegabung für Wissenschaft und Kunst attestierte, "die sich aller Verzweckung und Ökonomisierung widersetzt".

Der 1930 im oberösterreichischen Schalchen geborene Friedrich Achleitner studierte in Wien bei Clemens Holzmeister und arbeitete anschließend als freischaffender Architekt, ehe er sich ab 1958 dem Schreiben von Dialektgedichten widmete, der konkreten Poesie zuwandte und die Wiener Gruppe mitbegründete. 1959 erschien als Gemeinschaftsarbeit von Achleitner, H. C. Artmann und Gerhard Rühm das Buch "hosn rosn baa", acht Jahre später der Sammelband "die wiener gruppe". Ab 1961 wandte sich Friedrich Achleitner neuerlich der Architektur zu, als Kritiker für die "Abendzeitung" und später für "Die Presse". In seinen Beiträgen kritisierte er unter anderem die Zerstörung alter Bausubstanz und die innerstädtische Bebauungsverdichtung durch Hochhäuser. Ab 1963 lehrte Achleitner an der Akademie der bildenden Künste Geschichte und Theorie der Architektur, arbeitete jedoch weiterhin auch als Kritiker und Schriftsteller. Mit seinem Hauptwerk, dem fünf Bände umfassenden Führer durch die "Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert" hat er Architekturgeschichte geschrieben.

Die Feierstunde wurde musikalisch von Jazzkomponist Oskar Aichinger am Klavier und Thomas Berghammer an der Trompete umrahmt.

Bilder der Veranstaltung sind über das Fotoservice des Bundespressedienstes kostenfrei abrufbar.

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