FPÖ-Belakowitsch-Jenewein: Rasingers Besorgnis um die Hausärzte fällt in die "Haltet den Dieb"-Kategorie

"Im nächsten Gesundheitsausschuss setzen wir wieder diverse Initiativen zur Stärkung der Haus- und Landärzte. Dann kann Rasinger zeigen, wie ernst er sich und seine Aussagen nimmt"

Wien (OTS) - "ÖVP-Gesundheitssprecher Rasinger hat inhaltlich völlig recht, der Hausarzt ist wichtig, er bildet das Rückgrat der medizinischen Versorgung. Allerdings darf ich seinem Gedächtnis auf die Sprünge helfen: Es sind er, seine ÖVP und deren Koalitionspartner SPÖ, die eifrig daran arbeiten, dieses Rückgrat zu brechen", betont heute die freiheitliche Gesundheitssprecherin und Vorsitzende des parlamentarischen Gesundheitsausschusses, NAbg. Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein. "Angefangen beim 'Primärversorgungskonzept' bis hin zum Murks bei der Reform der Ärzteausbildung: Das alles hat Rasinger mitgetragen. Vor dem Hintergrund fällt seine Besorgnis um die Hausärzte eher in die 'Haltet den Dieb'-Kategorie", so Belakowitsch-Jenewein.

"Rasinger hat recht, gerade im ländlichen Raum ist eine Allgemeinordination kaum noch zu führen. Um das zu ändern haben wir Freiheitliche etliche Anträge eingebracht, etwa auf Einführung eines Landärztebonus. Das hat Rasinger aber abgelehnt", erinnert Belakowitsch-Jenewein. "Und was Rasingers 'Hohelied' auf die Hausapotheken betrifft, darf ich ihn daran erinnern, dass er immerhin seit 1994 im Parlament sitzt und diese also 2005 auch mit seiner Stimme von ÖVP-Ministerin Rauch-Kallat abgeschafft wurden", so Belakowitsch-Jenewein.

Und bevor sich der Herr ÖVP-Gesundheitssprecher als Retter der Hausärzte "aufplustere", möge er in seiner eigenen Fraktion Überzeugungsarbeit leisten - zahlreiche prominente ÖVPler würden den Hausarzt in seiner heutigen Form als Vergangenheitskonzept sehen, allen voran der heutige Finanzminister Schelling, der vor der Nationalratswahl 2013 als Chef des Hauptverbands gesagt habe: "Die wichtigste Aufgabe der Sozialversicherung (Anm.: im Rahmen der Gesundheitsreform 2013) liegt in der Neuorganisation der Erstversorgung. Dahinter steht der Wandel weg von den für viele bekannten Einzelordinationen hin zu innovativeren Gesundheitseinrichtungen wie den Gruppenpraxen. Ziel ist der Aufbau von interdisziplinären Zentren, in denen verschiedenste Ärztinnen und Ärzte bei flexibleren Öffnungszeiten zusammenarbeiten." Auch andere Persönlichkeiten in der ÖVP wie Patientenanwalt Bachiger, die ehemalige Finanzministerin Fekter oder den oberösterreichischen Landeshauptmann Pühringer müsste Rasinger noch überzeugen.

"An erster Stelle steht allerdings, dass Rasinger seinen eigenen inneren Widerspruch auflöst. Was er fordert und was er bisher getan hat, sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Wir werden ihm aber bald wieder Gelegenheit geben zu zeigen, wie ernst er sich und seine Aussagen nimmt, im nächsten Gesundheitsausschuss werden wir diverse Initiativen setzen, zur Stärkung des Hausarztes allgemein und der Landärzte im Speziellen", so Belakowitsch-Jenewein.

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