NEOS: Uneinigkeit von SPÖ und ÖVP gefährdet Gesundheitsreform

Gesundheitssprecher Loacker fordert Patientenorientierung statt alter Denkmuster

Wien (OTS) - "In Fragen der Gesundheitsreform scheint zwischen den Regierungsfraktionen weit weniger Einigkeit zu bestehen, als für die Umsetzung des Projekts erforderlich wäre", so NEOS -Gesundheitssprecher Gerald Loacker anlässlich der heutigen Pressekonferenz von ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka und ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger zum Thema "Pro Hausärzte". "Es ist unbestritten, dass Österreich bei der Stärkung des niedergelassenen Bereiches Nachholbedarf hat, denn die Primärversorgungsstrukturen sind nach wie vor wenig ausgeprägt. Wir sind hier nur noch in Gesellschaft von Irland, Island, Luxemburg, Ungarn, Griechenland und der Türkei. Die Gesundheitsreform geht hier in die richtige Richtung, indem sie auf multidisziplinäre Strukturen setzt, die die Ärztinnen und Ärzte entlasten, den Beruf des niedergelassenen Arztes attraktiver machen und die Rolle des Allgemeinmediziners neu definieren. Die ÖVP nimmt den Beschluss der Bundeszielsteuerungskommission betreffend die neue Primärversorgung aber nicht ernst. Sie versucht erneut, einen Keil zwischen die Gesundheitsberufe zu treiben und blendet dabei jegliche wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten 50 Jahre aus", hält Loacker fest.

Eine Reform des Gesundheitswesens darf sich, so der NEOS-Gesundheitssprecher, nicht auf die Frage beschränken, Hausarzt ja oder nein. Denn diese Frage stellt sich nicht. Die Gesundheitsversorgung muss sich an den Bedürfnissen der Patienten orientieren und daher so mannigfaltig sein, wie die Lebensumstände, in denen sie sich befinden: "Hören wir deshalb auf, über Einzelschauplätze zu diskutieren, und wenden wir uns lieber echten Strukturreformen zu. Was im ersten Schritt zu tun ist, wurde in den Zielsteuerungsverträgen festgelegt und bedarf einer Geschlossenheit der österreichischen Gesundheitspolitik über alle Parteien hinweg." Die Versorgungsqualität steht für NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker dabei im Fokus: "Dieses System hat sicher seine Verdienste, diese Anerkennung darf uns aber nicht davon abhalten, die Weichen für zukünftige Generationen zu stellen und eine Anpassung an neue Herausforderungen wie etwa die Zunahme von chronischen Erkrankungen vorzunehmen. Daher erwarte ich von ÖVP-Gesundheitssprecher Rasinger, dass er die Gesundheitsreform vorantreibt. Seine Antwort, in Schockstarre zu verharren und Reformen nicht zuzulassen, ist unverantwortlich. Damit ist schließlich auch den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten nicht gedient, die zweifellos in ihrer Tätigkeit Anerkennung verdienen", so Loacker.

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