Rasinger: Drohenden Hausärztemangel abwenden

ÖVP will medizinische Versorgung mit Hausärzten auf alle Gemeinden ausweiten

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Die ÖVP kämpft für die Hausärzte, "denn sonst drohen im Gesundheitsbereich amerikanische Verhältnisse. Dort findet sich der Patient zwischen Spitäler und Facharztzentren, die sich viele nicht leisten können. Hausärzte gibt es dort dagegen immer weniger. Wir wollen hingegen in Österreich die persönliche Betreuung und medizinische Versorgung mit Hausärzten für die Patienten absichern und dieses System für die Ärzte weiter verbessern", stellte heute, Freitag, ÖVP-Gesundheitssprecher Abg. Erwin Rasinger in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ÖVP-Klubobmann Dr. Reinhold Lopatka zahlreiche Maßnahmen in diesem Zusammenhang vor.

"Die Hausärzte bilden das Rückgrat der österreichischen Gesundheitsversorgung. Die statischen Daten sind beeindruckend: 4.122 Vertragsärzte für Allgemeinmedizin wickelten 2013 67,8 Millionen Kontakte in ihren Ordinationen ab. Die Fachärzte wickelten im gleichen Zeitraum 24,5 Millionen Kontakte ab. In den Ambulanzen der Spitäler waren es 17,2 Millionen. 2,5 Millionen stationäre Aufenthalte gab es in den Akutspitälern. Im Schnitt bedeutet dies, dass jeder Anspruchsberechtigte achtmal im Laufe des Jahres beim Hausarzt war. Bei den Fachärzten betrug die Vergleichszahl drei." Zurecht kritisiert die OECD die Spitalslastigkeit des österreichischen Systems. Insgesamt reden wir aber von einem System, das weltklasse ist.

Der ÖVP-Gesundheitssprecher weiter: "Bei Gesamtgesundheitskosten in Österreich von zirka 33 Milliarden betrug die Honorarsumme der Hausärzte mit Kassenverträgen 2013 1,002 Milliarden Euro." Der Fallwert beim Hausarzt betrug 2013 48 Euro, beim Facharzt 67 Euro. Ambulanzbesuche kosteten im Durchschnitt 225 Euro, ein Spitalaufenthalt kostete im Durchschnitt 4.775 Euro."

Rasingers Ziel ist es daher, in jeder Gemeinde eine hausärztliche Versorgung zu installieren. In Kleinstgemeinden will er wenigstens eine tageweise Betreuung in Kleinstordinationen, etwa in Gemeindeämtern. "Das ist wichtig, weil der Hausarzt seine Patienten, seine Krankengeschichte, aber auch sein soziales Umfeld kennt", so Rasinger.

Kassenverträge sollen flexibler gestaltet werden. Vor allem für Frauen, die vielfach Kinderbetreuungsaufgaben wahrnehmen, sei es wichtig, dass diese generell geteilt werden können. Durch die Zulassung mehrerer Ordinationsstandorte könne in unterversorgten Gemeinden zudem zumindest an einem Tag der Woche eine Ordination wohnortnah zur Verfügung gestellt werden.

"Zu viele Reglementierungen stellen unnötige Hürden zwischen Patienten und Ärzten dar", fordert Rasinger zudem einen weiteren Abbau der Chefarzt-Bewilligungen sowie einen Case-Manager und eine Dauerbewilligung für Rezepte für chronisch Kranke. Auch die Rationierung und Wartezeiten z.B. bei notwendigen MRT-Untersuchungen müssten abgebaut werden. Gruppenpraxen sollen erleichtert werden. Die unterschiedliche Bezahlung von Hausärzten und Fachärzten soll mittelfristig angeglichen werden, weist Rasinger auf durchwegs positive Erfahrungen in deutschen Bundesländern hin.

Ärztliche Hausapotheken bilden oft eine wichtige wirtschaftliche Grundlage für Arztordinationen in kleineren Gemeinden und damit auch für die Ordinationsnachfolge angesichts der bevorstehenden Welle von Pensionierungen. Hausapotheken bieten dort die von Patienten dringend gewünschte "Nahversorgung" mit Medikamenten. Diese müssten daher erhalten bleiben, so Rasinger.

Der ÖVP-Abgeordnete wies zudem auf die Ende Oktober im Nationalrat neu geregelte Ärzteausbildung. "Mit der verpflichtenden Verankerung der Lehrpraxis als fixer Bestandteil der Ausbildung wird ein wichtiger Schritt gesetzt, um den Ärztenachwuchs für den niedergelassenen Bereich zu sichern. Diese Lehrpraxis muss aber in den meisten Bundesländern erst umgesetzt werden", so Rasinger, der die Abwanderung junger Ärzte stoppen will. "In den nächsten Jahren gehen 56 Prozent der Landärzte in Pension; zu viele Jungärzte verlassen jährlich Österreich, um im attraktiveren Ausland, das oft mit höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen lockt, zu arbeiten." Er will daher unbürokratisch Kooperationsformen ermöglichen, um beispielsweise die verpflichtenden nächtlichen Bereitschaftsdienste reduzieren zu können.
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