Wehsely/Vassilakou: Otto-Wagner-Areal erhalten und gestalten - Stadt Wien setzt nächste Schritte

Wien (OTS) -

  • Ergebnisse aus Mediation und ExpertInnen-Gremium werden umgesetzt
  • WSE Wiener Standortentwicklung GmbH erstellt Nutzungskonzept
  • Neue Wohnungen erhalten sozialen Schwerpunkt
  • Reha wird adaptiert und durch neurologische Rehabilitation ergänz

Das Jugendstil-Ensemble des Otto-Wagner-Areals und die angrenzenden Steinhofgründe werden auch in Zukunft unverändert erhalten und öffentlich zugänglich bleiben. Der Wunsch der BürgerInnen, wonach das Kulturjuwel nach der schrittweisen Absiedelung des Spitals Mitte des nächsten Jahrzehnts für einen neuen Mix aus Wissenschaft, Bildung, soziale Zwecke, Kunst und Kultur, Gesundheit, Wohnen, Erholungs- und Sportangeboten genutzt werden soll, wird erfüllt. Am Freitag haben Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely sowie Planungsstadträtin und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou die dafür notwendigen nächsten Schritte präsentiert.

Die Stadt Wien bleibt Eigentümerin des Otto-Wagner-Areals. Für das Areal wird die WSE Wiener Standortentwicklung GmbH, ein Unternehmen der Wien Holding, bis Ende 2016 ein Nutzungskonzept erstellen. Die Entwicklung erfolgt auf Basis der Ergebnisse des Mediationsverfahrens unter Beteiligung der BürgerInnen, der Stadt Wien und zahlreicher Fachleute sowie auf Basis der Ergebnisse des eingesetzten ExpertInnen-Gremiums. Die BürgerInnen erhalten die Möglichkeit, durch laufende Information an diesem Prozess teilzunehmen. Die geplanten neuen Wohnungen im ehemaligen Wirtschaftsbereich im Osten des Otto-Wagner-Areals werden ebenfalls einen sozialen Schwerpunkt erhalten. Das bereits 2014 eröffnete Rehabilitationszentrum wird adaptiert und durch ein neurologisches Rehabilitationsangebot ergänzt.

Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely: "Das Otto-Wagner-Areal ist einer der bedeutendsten Kulturschätze der Stadt. Die Anforderungen an die spitzenmedizinische Spitalsversorgung kann die vor hundert Jahren revolutionäre Heilanstalt heute nicht mehr dauerhaft erfüllen. Das Wiener Spitalskonzept 2030 bringt hier moderne und effiziente Strukturen, die dem heutigen medizinischen Fortschritt entsprechen und beste Qualität bieten. Wir wollen das Otto-Wagner-Areal unter Wahrung des Denkmalschutzes deshalb erhalten und gestalten. Das Areal gehört den Wienerinnen und Wienern. Wir wollen es neu beleben und sicherstellen, dass es auch in Zukunft allen Menschen offen steht. Den sozialen Gedanken von Otto Wagner werden wir dabei weitertragen."

Planungsstadträtin und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou: "In der Mediation haben wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die Rahmenbedingungen für die Zukunft des Otto-Wagner-Areals gesetzt. Jetzt geht es darum, dass wir die Ergebnisse der Mediation sowie des ExpertInnen-Gremiums gemeinsam umsetzen. Wir erhalten das historische Ensemble mit seinen Grünflächen und denkmalgeschützten Pavillons, wodurch das kulturelle Erbe des Areals auch für kommende Generationen bewahrt bleibt. Die transparente Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern werden wir dabei weiter fortsetzen."

Neue Flächenwidmung sichert Kulturjuwel, Grünflächen und öffentliche Wege

Schon bisher ist der historische Gebäudebestand durch den Denkmalschutz und durch die Schutzzone, die seit 2006 für das historische Ensemble gilt, gesichert. Die Stadt Wien hat nun die MA 21 beauftragt, die Ergebnisse aus der BürgerInnenbeteiligung und den ExpertInnen-Gremien für die zukünftige Nutzung des Areals in einer neuen Flächenwidmung festzuschreiben. Die neue Flächenwidmung wird dabei folgende Grundsätze beinhalten:

  • Eine Bebauung zwischen den Pavillons wird nicht möglich sein. Dadurch bleiben alle Grünflächen im Hauptteil und im westlichen Sanatoriumsbereich unangetastet.
  • An den Gebäuden selbst werden nur minimale Veränderungen erlaubt -wie etwa für einen barrierefreien Zugang. Alle Änderungen müssen in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt erfolgen.
  • Die Grünflächen zwischen Sanatoriumsbereich und Hauptareal bzw. Ostareal bleiben bestehen und werden von Bauland in Grünland umgewidmet. Auch die zentrale Sichtachse Pathologie - Kirche wird freigehalten. Eine Verbauung ist damit ausgeschlossen.
  • Im ehemaligen Wirtschaftsareal im Osten wird die Widmung auf genau jenes Minimum reduziert, das die Planung der ExpertInnenkommission empfiehlt und das eine Eingliederung des Bereichs in das Gesamtensemble ermöglicht.
  • Und das gesamte Erholungsgebiet Steinhofgründe bleibt erhalten.

Areal bleibt Eigentum der Wienerinnen und Wiener - WSE erarbeitet Nutzungskonzept

Das Otto-Wagner-Areal wird im Eigentum der Stadt Wien verbleiben, Nutzungsrechte für die Pavillons werden nur zeitlich begrenzt und für unterschiedliche, geeignete Nutzungsformen vergeben werden. "Das wünschen sich die BürgerInnen und das empfehlen die ExpertInnen. Aufgabe der WSE wird es sein, die Pavillons mit ihren verschiedenen Nutzungs-möglichkeiten wie Puzzlesteine zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzufügen", erklärte Wien Holding-Geschäftsführerin Sigrid Oblak.

Über ihre Vorarbeiten informiert die WSE von der ersten Stunde an. Interessierte werden online und persönlich am Laufenden gehalten. Ein fixer Ansprechpartner wird Anfragen telefonisch und vor Ort beantworten. Im Eingangsbereich zum Otto-Wagner-Areal wird die WSE einen Info-Pavillon einrichten, wo auf Schautafeln die weiteren Schritte erklärt werden und regelmäßig persönlicher Kontakt zu den Projektverantwortlichen möglich ist. Durch Feedbackmöglichkeiten werden die BürgerInnen permanent eingebunden.

Auch ein rechtlicher Rahmen, der den Übergang vom Spital zu neuen Nutzungen bis Ende des nächsten Jahrzehnts ermöglicht und das Gebiet langfristig sichert, wird Teil des neuen Konzepts sein. Basis dafür bilden die in der Mediationsvereinbarung definierten Nutzungsformen.

Zehn neue Pavillons werten Wirtschaftsbereich auf - Schwerpunkt betreutes Wohnen

Im ehemaligen Wirtschaftsbereich, der im Osten an das Jugendstil-Ensemble angrenzt, hat das ExpertInnen-Gremium vergleichbare Vorarbeiten bereits geleistet. Die Ergebnisse der darauf basierten Entwicklungsplanung werten das Gebiet auf und werden nun umgesetzt. Die GESIBA wird dafür im Rahmen des sozialen Wohnbaus zehn neue Pavillons errichten, die sich in das Gesamtensemble eingliedern. Insgesamt entstehen dadurch 140 neue Mietwohnungen. Weitere 60 bis 80 Wohnungen werden durch Umnutzung in bestehenden umliegenden Wirtschaftsgebäuden untergebracht werden.

"Gerade hier am Otto-Wagner-Areal tragen wir eine besonders hohe gesellschaftliche und soziale Verantwortung", betonte GESIBA-Generaldirektor Ewald Kirschner. Ein Viertel der Wohnungen wird deshalb für betreutes bzw. betreubares Wohnen reserviert werden. Weitere Einheiten werden als Wohngemeinschaften für ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder für Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen zur Verfügung stehen. Die ersten neuen Wohnungen werden ab 2017 beziehbar sein, die komplette Fertigstellung ist für 2019/2020 geplant.

Neue neurologische Rehabilitation entsteht - Kooperation mit Pferdetherapie geplant

Mit der Umsetzung der Entwicklungsplanung wird auch die erfolgreiche stationäre orthopädische Rehaklinik Wien Baumgarten nochmals adaptiert und durch eine neurologische Rehabilitation ergänzt. Die Einrichtung des international führenden Gesundheitsdienstleisters VAMED hat im Herbst 2013 schrittweise den Patientenbetrieb aufgenommen und stellt eine wesentliche Erweiterung des Gesundheitsangebots für die Wienerinnen und Wiener dar. "Mit der Rehabilitation führen wir das medizinische Angebot an einem gut eingeführten Gesundheitsstandort und einem der schönsten Erholungsgebiete Wiens auch in Zukunft fort", erklärte Gottfried Koos, Vorstandsdirektor der VAMED AG.

Durch die Adaptierung entstehen 70 zusätzliche Einzelzimmer für neurologische Rehabilitation samt zugehörigen Therapieflächen, die Anfang 2017 zur Verfügung stehen werden. Wie die orthopädische Rehabilitation wird auch das neue neurologische Reha-Angebot allen KassenpatientInnen offen stehen. Bei deren Behandlung ergeben sich auch Synergien mit der Equotherapie des ebenfalls am Areal angesiedelten Vereins e.motion. Dessen Therapieangebot soll künftig in das Rehabilitationsprogramm miteingebunden werden. "Durch neue Verträge haben wir den Fortbestand der Pferdetherapie am Otto-Wagner-Areal abgesichert", so Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely.

Alle Informationen sind auch im Internet verfügbar unter http://www.wien.gv.at

S E R V I C E - Infopavillon Otto-Wagner-Areal, Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien
Auf dem Weg zur Neubelebung des Otto-Wagner-Areals hält ab morgen, Samstag, ein neuer Infopavillon die BürgerInnen permanent am Laufenden. In der ehemaligen Poststelle beim Haupteingang informieren rund um die Uhr Informationstafeln über die nächsten Schritte. Am morgigen Erstinformationstag stehen die Ansprechpartner der WSE von 9.00 bis 17.00 Uhr vor Ort persönlich für Fragen zur Verfügung. Danach wird der Infopavillon jeden Dienstag und Donnerstag (ausgenommen Feiertage), jeweils von 15.00 bis 18.00 Uhr besetzt sein.

B I L D - Architekturbilder des Otto-Wagner-Areals und Infografik Bilder der Pressekonferenz, Architekturfotos des Otto-Wagner-Ensembles sowie eine Infografik zur Übersicht über das Gesamtareal sind nach der Pressekonferenz in der Bild-Datenbank des Presseinformationsdienstes (PID) abrufbar unter:
https://www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=34069.
Honorarfrei abdruckbar.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Christine Stockhammer
Mediensprecherin StRin Mag.a Sonja Wehsely
Telefon: +43 1 4000 81231
E-Mail: christine.stockhammer@wien.gv.at

Mag. Dominik Krejsa, MA
Mediensprecher Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou
Tel.: +43 1 4000 81693
E-Mail: dominik.krejsa@wien.gv.at

Mario Scalet
WSE Wiener Standortentwicklung GmbH
Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +43 1 720 30 50-12
Mobil: +43 676 317 94 51
E-Mail: mario.scalet@wse.at

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