GdG-KMSfB: Spagat zwischen Fußball-Profiliga und Ausbildung ist schwer

Hartberg-Spieler David Sencar über die Verdienste in der Sky-Go-Erste Liga

Wien (OTS/ÖGB) - Nach den sehr erfreulichen Leistungen unserer Nationalmannschaft geht es am kommenden Wochenende in unserer Bundesliga weiter. Dort ist nicht immer alles Gold, was glänzt. Das Ergebnis der von der Vereinigung der Fußballer (VdF), einer Fachgruppe der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (GdG-KMSfB), durchgeführten Studie über die Verdienst-Verhältnisse der beiden Profiligen Österreichs, spricht Bände. In der Sky-Go-Erste-Liga nennen sich die Spieler auch des Kollektivvertrags wegen Profis, wie solche verdienen jedoch die wenigsten. Die nackten Zahlen: In der Sky Go-Liga ist der Verdienst wie folgt: 66,67 Prozent weniger als 30.000 Euro brutto, 92,48 Prozent weniger als 75.000 Euro brutto und 2,15 Prozent mehr als 150.000 Euro brutto.

David Sencar vom TSV Hartberg kann ein Lied davon singen. "Das Umfrage-Ergebnis macht deutlich, dass die Zeiten früher anders waren in Sachen Verdienst. Die Vereine können sich auch nichts mehr erlauben, weil viel genauer darauf geschaut und kontrolliert wird." Laut Sencar stehen junge Kicker vor der Qual der Wahl: Entweder als "Profi" mit einem geringen Verdienst sein Glück versuchen, oder einem Job nachgehen und in unteren Ligen als Halbprofi ordentlich dazuverdienen. "So gehen sicher auch viele große Talente verloren." Ob man die Sky-Go-Erste Liga eine Profi-Liga nennen kann, hängt laut Sencar von der Betrachtungsweise ab. "Für die meisten ist es wohl nicht so, wie sie sich das Profitum vorstellen. Wenn man damit leben kann ..."

Auch wenn das Gehalt dem Anspruch eines Profis nicht entspricht, so ist der Anspruch an die Spieler sehr hoch. Vor allem vom zeitlichen Aufwand. Nebenjobs oder Ausbildungen sind nur schwer möglich. "Natürlich geht alles, wenn man genügend Willen und Kraft aufbringt. Aber wie soll ein Spieler dieser Liga einem anderen Job nachgehen, wenn er am Freitag ein Auswärtsspiel in einem anderen Bundesland hat, und das Team einen Tag früher anreist. Noch dazu verändern sich ständig die Trainingszeiten. Es ist ja nicht so, dass ein Spieler von sieben bis 14 Uhr fix einer anderen Arbeit nachgehen kann, ohne mit den Trainingszeiten in Konflikt zu kommen."

Ähnlich verhält es sich mit Ausbildungen. "Am besten ist ein Fernstudium, weil man ortsunabhängig ist. Fußballer müssen damit rechnen, dass sie den Verein und somit ihren Wohnort jederzeit wechseln. Junge Spieler haben es nicht leicht, die richtige Entscheidung zu treffen."

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