Schönborn warnt vor "Kind auf Bestellung um jeden Preis"

Fortpflanzungsgesetz hebt "fast alle bisherigen Grenzen" auf

Wien, 21.11.14 (KAP) Die von der Regierung geplante Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes führt in letzter Konsequenz dazu, dass der verständliche Kinderwunsch "Schritt für Schritt zu einem Recht auf ein Kind für jeden" wird: Darauf hat Kardinal Christoph Schönborn in der Tageszeitung "Heute" (Freitag) aufmerksam gemacht und gleichzeitig davor gewarnt, dass die Rechte des Kindes durch ein so beschlossenes Gesetz auf der Strecke blieben. "Gestern vor 25 Jahren wurde die Kinderrechtskonvention der UNO unterzeichnet", erinnerte der Wiener Erzbischof. "Wer verteidigt heute das Recht des Kindes auf Vater und Mutter?" Kinder hätten Recht auf einen Vater, "nicht nur einen Samenspender".

Es sei "sicher etwas vom Schmerzlichsten", kein Kind bekommen zu können, stellte Schönborn klar, denn "auch in unserer modernen Welt ist die Sehnsucht nach eigenen Kindern nicht ausgestorben". Die Ermöglichung dieses Wunsches für alle ist nach Schönborns Worten Ziel der "sehr liberalen" Gesetzesnovelle, die die Regierung nun "mit extrem kurzer Begutachtungsfrist" durchsetzen wolle. Man müsse hier jedoch fragen: "Kind auf Bestellung? Um jeden Preis?"

Zudem sollten dafür "fast alle bisherigen Grenzen" aufgehoben werden, kritisierte der Kardinal. Er verwies dabei auf die Inhalte der Novelle, wonach etwa Samen- und Eizellenspende von Dritten für In-vitro-Fertilisation freigegeben würde und der Begriff "Elternteil" künftig auch für lesbische Paare gelte. Selbst Samenspende für alleinstehende Frauen und das "Social Egg Freezing" seien bereits in Diskussion. "Und damit das so produzierte Kind auch sicher in Ordnung ist, sollen die im Reagenzglas hergestellten Embryonen vor ihrer Einpflanzung auch selektiert werden", wies Schönborn auf die problematischen Folgen der Präimplantationsdiagnostik (PID) hin.

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