- 21.11.2014, 09:43:42
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ÖPU-Germann: Neues IV-Bildungskonzept hat verheerende Folgen für Österreich!
Ende der schulischen Wahlfreiheit für Eltern
Utl.: Ende der schulischen Wahlfreiheit für Eltern =
Wien (OTS/ÖPU) - "Mit dem neuen Bildungskonzept der
Industriellenvereinigung (IV) ist jetzt die Katze aus dem Sack: Die
IV will eine "Bildungsrevolution" mit verpflichtender, ganztägiger
Gesamtschule für alle und gleichzeitig die Privatisierung des
Schulwesens. Das wäre das Ende der Wahlfreiheit für die Eltern, denen
bislang für die verschiedenen Begabungen und Interessen ihrer Kinder
maßgeschneiderte Angebote zur Verfügung stehen", erteilt Mag.
Michaela Germann, die Obfrau der Österreichischen Professorenunion
(ÖPU) in Vorarlberg, dem IV-Konzept eine klare Absage.
"Ginge es nach der IV", so Germann, "müsste jedes Kind ohne Rücksicht
auf Talente und Fähigkeiten in der gleichen Schule unterrichtet
werden. Wir wissen aus allen Gesamtschulstaaten Europas, dass das
eine Illusion ist. Wo es Gesamtschulen gibt, existiert parallel dazu
eine große Zahl extrem teurer Privatschulen. Damit wird
qualitätsvolle Bildung wieder zum Privileg der Vermögenden. Auch die
Verpflichtung zum Besuch einer Ganztagsschule geht an den Interessen
der österreichischen Eltern vorbei."
Das Konzept geht auch von falschen Voraussetzungen aus. Österreich
hat kein teures Schulsystem: 3,6 % des BIP werden für Bildung
ausgegeben, im OECD-Mittel sind es um über 8 % mehr, in Finnland um
14 %, in Norwegen oder Island gar um 36 %.
Österreich hat ein effizientes Schulsystem: Während die
österreichischen Schüler mit 10 Jahren noch hinter anderen Ländern
zurückliegen - diesem Defizit sollte eine endlich verstärkte
Frühförderung abhelfen -, gelingt es dem Gymnasium und der
Haupt/Mittelschule zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr, diese
Defizite deutlich zu reduzieren, während sich die Gesamtschulstaaten
Italien, Frankreich und Spanien in diesem Zeitraum verschlechtern.
"Ein System, das von falschen Zahlen ausgeht, ist eben auch im
Ergebnis falsch", fasst Germann zusammen.
"Was im Konzept - ausgerechnet der IV - vollkommen fehlt, ist ein
Plan für eine engagierte Weiterentwicklung der dualen Ausbildung,
eines echten österreichischen Erfolgsmodells. Selbst die dringend
notwendige Wiedereinführung des 2008 abgeschafften "Blum-Bonus" kommt
nicht vor. Dafür soll die Polytechnische Schule abgeschafft werden,
genau der Schultyp, der am besten auf die Berufswelt vorbreitet. Das
soll verstehen, wer will, ich kann es nicht!", hält Germann
abschließend fest.
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