ÖPU-Germann: Neues IV-Bildungskonzept hat verheerende Folgen für Österreich!

Ende der schulischen Wahlfreiheit für Eltern

Wien (OTS/ÖPU) - "Mit dem neuen Bildungskonzept der Industriellenvereinigung (IV) ist jetzt die Katze aus dem Sack: Die IV will eine "Bildungsrevolution" mit verpflichtender, ganztägiger Gesamtschule für alle und gleichzeitig die Privatisierung des Schulwesens. Das wäre das Ende der Wahlfreiheit für die Eltern, denen bislang für die verschiedenen Begabungen und Interessen ihrer Kinder maßgeschneiderte Angebote zur Verfügung stehen", erteilt Mag. Michaela Germann, die Obfrau der Österreichischen Professorenunion (ÖPU) in Vorarlberg, dem IV-Konzept eine klare Absage.
"Ginge es nach der IV", so Germann, "müsste jedes Kind ohne Rücksicht auf Talente und Fähigkeiten in der gleichen Schule unterrichtet werden. Wir wissen aus allen Gesamtschulstaaten Europas, dass das eine Illusion ist. Wo es Gesamtschulen gibt, existiert parallel dazu eine große Zahl extrem teurer Privatschulen. Damit wird qualitätsvolle Bildung wieder zum Privileg der Vermögenden. Auch die Verpflichtung zum Besuch einer Ganztagsschule geht an den Interessen der österreichischen Eltern vorbei."
Das Konzept geht auch von falschen Voraussetzungen aus. Österreich hat kein teures Schulsystem: 3,6 % des BIP werden für Bildung ausgegeben, im OECD-Mittel sind es um über 8 % mehr, in Finnland um 14 %, in Norwegen oder Island gar um 36 %.
Österreich hat ein effizientes Schulsystem: Während die österreichischen Schüler mit 10 Jahren noch hinter anderen Ländern zurückliegen - diesem Defizit sollte eine endlich verstärkte Frühförderung abhelfen -, gelingt es dem Gymnasium und der Haupt/Mittelschule zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr, diese Defizite deutlich zu reduzieren, während sich die Gesamtschulstaaten Italien, Frankreich und Spanien in diesem Zeitraum verschlechtern. "Ein System, das von falschen Zahlen ausgeht, ist eben auch im Ergebnis falsch", fasst Germann zusammen.
"Was im Konzept - ausgerechnet der IV - vollkommen fehlt, ist ein Plan für eine engagierte Weiterentwicklung der dualen Ausbildung, eines echten österreichischen Erfolgsmodells. Selbst die dringend notwendige Wiedereinführung des 2008 abgeschafften "Blum-Bonus" kommt nicht vor. Dafür soll die Polytechnische Schule abgeschafft werden, genau der Schultyp, der am besten auf die Berufswelt vorbreitet. Das soll verstehen, wer will, ich kann es nicht!", hält Germann abschließend fest.

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Mag. Michaela Germann
Obfrau der ÖPU Vorarlberg
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