Neues Volksblatt: "Kritisch hinsehen" von Markus EBERT

Ausgabe vom 21. November 2014

Linz (OTS) - "Wir sind alle aufgefordert, kritisch hinzusehen und in unser aller Umfeld gegen Sexismus aufzutreten", betonte gestern im Nationalrat SPÖ-Abgeordneter Markus Vogl. Ausgerechnet der rote Gewerkschafter war gestern Berichterstatter über einen FPÖ-Antrag, der ein Getränk namens "Haxenspreizer" zum Inhalt hatte. Die FPÖ hatte nämlich entdeckt, dass ein Gebräu dieses Namens beim Donauinselfest in Wien verkauft worden war, und zwar am Stand der roten Gewerkschafter (FSG). Die in einen parlamentarischen Entschließungsantrag gegossene Entrüstung über diese tatsächlich sexistische Namensgebung (und die entsprechende Illustration mit zwei nackten Damenbeinen) entlarvte freilich die Blauen als Heuchler: Denn sie forderten, dass der Haxenspreizer künftig bei Gewerkschaftsveranstaltungen nicht mehr ausgeschenkt werden dürfe. Was im Umkehrschluss heißt: Sonst schon, also eventuell auch auf freiheitlichen Festivitäten.
Zumindest ebenso bemerkenswert wie die blaue Chuzpe ist freilich auch, wie sich die SPÖ über die peinliche Angelegenheit drüberschwindelte. Denn abgesehen von Gewerkschafter Vogl trat niemand ans Rednerpult, schon gar keine Frau, um diesen Alltagssexismus so zu geißeln, wie man das wohl getan hätte, wenn das bei einer anderen Partei passiert wäre. Nicht einmal die üblichen "Partei-Rebellinnen" wollten (oder durften?) da offenbar "kritisch hinsehen".

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