AKNÖ-Präsident Wieser: ArbeitnehmerInnen bleibt zu wenig vom Einkommen

AKNÖ-Einkommensanalyse bestätigt: rasche Lohnsteuerreform nötig

Wien (OTS/AKNÖ) - Kein Grund zum Jubeln für die Beschäftigten in Niederösterreich. Im Durchschnitt verdienten sie 2013 um einen Euro netto real weniger als im Vorjahr. Das ergibt die aktuelle Einkommensanalyse der AKNÖ.

"Schon das vierte Jahr in Folge mussten die Beschäftigten in Niederösterreich Einbußen bei ihrer Kaufkraft hinnehmen. Gleichzeitig sind die Menschen mit steigenden Kosten, z.B. für Lebensmittel und Wohnen, konfrontiert. Um die Menschen zu entlasten, muss die Lohnsteuerreform rasch umgesetzt werden", sagt AKNÖ-Präsident Markus Wieser. Er sieht sich darin durch IHS-Direktor Christian Keuschnigg bestätigt, der heute gegenüber den Salzburger Nachrichten erklärt hat, dass sich die ArbeitnehmerInnen die Steuerreform ohnehin durch die Mehreinnahmen der Lohnsteuer seit 2009 selbst finanzieren.

Kaufkraft sinkt trotz Wirtschaftswachstum

Die Kaufkraft der NiederösterreicherInnen ging zurück, weil der Wertverlust durch Inflation und der Abzug von Steuern und Abgaben in Summe höher waren als die nominalen Einkommenszuwächse. 2013 stieg das Brutto-Medianeinkommen der unselbstständig Beschäftigten in Niederösterreich um 48 Euro auf 1.979 Euro. Niederösterreich liegt damit im Bundesländervergleich nur an fünfter Stelle. Nach Berücksichtigung der Inflation von 2,0 Prozent sowie nach Abzug von Einkommensteuer und Sozialversicherung ergibt sich für 2013 nettoreal beim mittleren Einkommen ein Minus von einem Euro. "Es findet keine gerechte Verteilung der Wertschöpfung statt. Während das Bruttoinlandsprodukt steigt, treten die Einkommen auf der Stelle. Das ist auch schlecht für die Wirtschaft. Denn nur wenn die Menschen im Land Geld zum Ausgeben haben, können Wirtschaft und Beschäftigung angekurbelt werden", so Wieser.

Einkommensunterschied: Frauen verdienen um ein Drittel weniger

Das Brutto-Medianeinkommen der Frauen in Niederösterreich betrug im Vorjahr 1.520 Euro. Es lag somit 33,9 Prozent unter jenem der Männer. Hauptursachen für den Einkommensunterschied sind die hohe Teilzeitquote von Frauen und der geringere Verdienst in typischen Frauenberufen. Damit hat sich das Verhältnis gegenüber dem Vorjahr aus Sicht der Frauen sogar um 0,3 Prozentpunkte verschlechtert. "Die Einkommensschere schließt sich nicht, sondern geht weiter auf. Hier muss die Regierung gegensteuern", sagt Wieser.

Download der Einkommensanalyse auf:
http://noe.arbeiterkammer.at/einkommensanalyse

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Mag. Matthias Koderhold, AKNÖ, Abteilung Wirtschaftspolitik
Tel.: 01-58883-1611

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