Schwentner: ÖVP bei Frauenpensionsalter tief gespalten

Mitterlehner für frühere Anhebung, Partei stimmt heute im NR dagegen

Wien (OTS) - "Vizekanzler Mitterlehner will eine frühere Anhebung des Frauenpensionsalters, aber seine Partei stimmt heute im Nationalrat gegen einen diesbezüglichen Antrag der Neos", wundert sich Judith Schwentner, Sozialsprecherin der Grünen. "Schon nach wenigen Wochen wird der neue Strahle-Obmann der ÖVP zum Flip-Flop-Fall, der anderes predigt, als er tut. Möglicherweise weiß Mitterlehner einfach nicht, was er will."

Ganz sicher weiß der ÖVP-Obmann nicht, was er tut, wenn er eine frühere Anhebung des Frauenpensionsalters fordert, meint Schwentner. Ein späterer Pensionsantritt von Frauen entlastet das Pensionssystem so gut wie nicht: Ein Jahr kürzeren Pensionskonsums reduziert die Kosten für das Pensionssystem um ca. 4,3 Prozent. Jedes Jahr längerer Erwerbstätigkeit erhöht die Kosten für das System angesichts der geringen Versicherungszeiten derzeit im Pensionsalter befindlicher Frauen um ca. 3,5 Prozent. Und angesichts der Zeit unerträglich hoher Arbeitslosenzahlen kommen dazu noch die Kosten für das Arbeitslosengeld und die Notstandshilfe der betroffenen Frauen, die formal in der Arbeitslosenversicherung zwischengeparkt werden sollen.

"So ein Herumschieben von Menschen und Geldmengen machen die Grünen nicht mit", hält Schwentner fest. Mitterlehner soll zuerst einmal Geld für öffentliche Investitionen herausrücken und in Beschäftigung investieren: In gute, nachhaltige Jobs in den Bereichen Bildung, Pflege, Betreuung, Bildung, Wissenschaft, Forschung, Umwelt und Kultur. "Unsachliche Eifersuchtspolemiken auf dem Rücken der Frauen, die weit über 60 Prozent der bezahlten wie unbezahlten Arbeit in diesem Land leisten, nützen ganz genau gar nichts", kritisiert Schwentner.

Das frühere Anheben des Frauenpensionsalters bedarf einer Zweidrittelmehrheit: Die Grünen werden dem nicht zustimmen.

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