FPÖ-Neubauer fordert Aufklärung über Umfang der Atommülllagerung in Seibersdorf

"In Seibersdorf soll offenbar neben dem offiziellen Lager für radioaktiven Abfall aus Medizin, Industrie und Forschung und einem Reaktor ein weiteres Lager von der IAEA betrieben werden"

Wien (OTS) - Im Rahmen der gestrigen Plenartagung hat der freiheitliche Antiatom-Sprecher NAbg. Werner Neubauer in der Debatte um grenznahe Standorte für Atomrestmülllager in Tschechien die Frage der Glaubwürdigkeit Österreichs gegenüber anderen Staaten aufgeworfen. "Hintergrund dieser Diskussion ist die Situation, dass in Seibersdorf offenbar neben dem offiziellen Lager für radioaktiven Abfall aus Medizin, Industrie und Forschung und einem Reaktor ein weiteres Lager von der IAEA (International Atomic Agency) betrieben werden soll", erklärt Neubauer.

Zwar werde von den Vertretern der Bundesregierung seit Jahren versucht, das Thema abzuschwächen und zu beruhigen. "Tatsache ist aber, dass in Österreich aktuell zwei Atomreaktoren betrieben werden und der in Österreich anfallende radioaktive Müll im Nuclear Engineering Seibersdorf GmbH. (NES) gelagert wird. Aber auch andere Mitgliedsstaaten der IAEA sollen unseren Informationen nach auf dem Betriebsgelände von Seibersdorf ein eigenen Atommülllager betreiben -und das mit Billigung der österreichischen Bundesregierung", so Neubauer.

Neubauer wollte in der Plenarsitzung deshalb von Bundesminister Rupprechter in Erfahrung bringen, welche Mengen an radioaktiven Stoffen bzw. Atom(rest)müll in Seibersdorf gelagert werden, was mit dem Müll letztendlich geschieht und wie viele bzw. welche Länder mittlerweile ihren Atom(rest)müll in Seibersdorf deponieren. "Der Minister versicherte, mir diese Informationen zukommen zu lassen", stellte Neubauer fest.

Es sei aber auch nach wie vor unklar, was mit dem in Seibersdorf gelagerten Atommüll langfristig passiere, sollte er dort doch ursprünglich nur zwischengelagert werden. Der damalige Geschäftsführer des NES, Günter Hillebrand habe schon vor drei Jahren festgestellt, dass bis 2030 eine Endlager gefunden werden müsse. "Die Frage der Glaubwürdigeit stellt sich deshalb, weil man nicht einerseits gegen grenznahe Atomrestmülllager mobil machen kann, während man gleichzeitig im eigenen Land über ein mittlerweile relativ großes Lager verfügt", so Neubauer.

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