25 Jahre Kinderrechte - UNICEF fordert Verwirklichung der Kinderrechte für alle Kinder

Wien (OTS) - Am 25. Geburtstag der Kinderrechte ruft UNICEF zu verstärktem Einsatz für die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes auf. Ein Vierteljahrhundert nach ihrer Verabschiedung müssen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft deutlich mehr tun, um das Recht auf Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung für jedes Kind zu verwirklichen. Auch das Engagement der Zivilgesellschaft ist entscheidend.

"Jeder Einzelne ist gefordert, sich für die Verwirklichung der Kinderrechte einzusetzen", sagt Dr. Gudrun Berger, Geschäftsführerin von UNICEF Österreich, "hier in Österreich und weltweit. Kinderrechte sind Menschenrechte und ihre Verwirklichung für alle Kinder muss oberste Priorität haben."

Das politische Bekenntnis zu den Kinderrechten seit 1989 hat zwar weltweit Investitionen in die soziale und medizinische Grundversorgung, den Schutz und die Beteiligung von Kindern ausgelöst - doch längst nicht jedes Kind profitiert davon. Soziale und medizinische Fortschritte kommen oft nicht bei den ärmsten Kindern, z.B. in Slums oder in ländlichen Regionen, an. Sie profitieren auch kaum vom Wirtschaftswachstum in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern:

- Ein Baby, das 2014 geboren wurde, hat weltweit deutlich bessere Chancen zu überleben als vor 25 Jahren. Durch einfache und kostengünstige Maßnahmen wie Impfkampagnen oder bessere Hygiene konnte das Leben von 90 Millionen Kindern unter fünf Jahren gerettet werden. Doch bis heute erleben pro Jahr rund 6,3 Millionen Mädchen und Buben nicht einmal ihren fünften Geburtstag - nur weil es an Medikamenten, sauberem Trinkwasser oder Gesundheitshelfern fehlt.

- Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind eine Schule besuchen kann, ist heute deutlich höher. So stiegen weltweit die Einschulungsraten, mehr Kinder als je zuvor schließen die Grundschule ab. Aber 57 Millionen Mädchen und Buben im Schulalter haben noch immer keinen Platz im Klassenzimmer.

- Weltweit gibt es Verbesserungen beim Schutz der Kinder vor Missbrauch, Ausbeutung und Gewalt. Die Zahl der arbeitenden Kinder und Jugendlichen ging um fast ein Drittel zurück. Trotzdem müssen immer noch 168 Millionen Mädchen und Buben unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. Und nur fünf Prozent aller Kinder leben in Ländern, in denen jede Gewalt gegen Kinder verboten ist.

- Bedroht sind die Rechte von Kindern besonders in Krisengebieten und in fragilen Staaten, in denen staatliche Strukturen nicht funktionieren. In Syrien, Irak, Südsudan oder in Krisenregionen wie im Norden von Nigeria sind Kinder Zielscheibe von Terror und Gewalt. Acht der zehn Länder mit der höchsten Kindersterblichkeit sind so genannte fragile Staaten - beispielsweise Somalia, die Zentralafrikanische Republik und Mali.

- Auch in den wohlhabenden Industrieländern gibt es Herausforderungen. Hier wachsen 76,5 Millionen Kinder in relativer Armut auf - 2,6 Millionen mehr als noch 2008. Die Finanzkrise hat die Kinder härter getroffen als die ältere Generation: In fast allen europäischen Ländern ist die Armutsrate bei Kindern schneller angestiegen - oder langsamer zurückgegangen - als bei älteren Menschen.

Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes macht klar: Es ist keine Frage von Mitleid oder karitativer Einstellung mehr, allen Kindern angemessene Lebensbedingungen zu garantieren. Es ist eine völkerrechtliche Verpflichtung.

Infos unter www.unicef.at

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