ÖAMTC: Tempo 100 auf Tiroler Autobahnen hat kaum Effekt auf die Umwelt

Reform des Immissionsschutzgesetzes-Luft schon lange überfällig

Wien (OTS) - "Erneut wird die Verbesserung der Luftqualität als offizieller Vorwand für ein nahezu flächendeckendes Tempolimit verwendet", kritisiert Bernhard Wiesinger, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung, die ab heute Nacht geltende 100 km/h Beschränkung auf Tiroler Autobahnen. Hauptbetroffene dieser rigorosen Maßnahme sind jedoch die Falschen, nämlich die Autofahrer, die nur zum Teil zur Umweltbelastung beitragen. "Für Lkw, die für rund zwei Drittel der schädlichen NOx-Emissionen verantwortlich sind, ändert sich hingegen gar nichts", ärgert sich Wiesinger. "Denn für Schwerverkehr gilt ohnehin schon Tempo 80 und auch Klein-Lkw dürfen nicht schneller als 100 Stundenkilometer fahren."

Das eigentliche Ziel, das die Tiroler Landesregierung nach eigenen Aussagen mit der permanenten Tempobeschränkung verfolgt, sind sektorale Fahrverbote für Lkw auf Autobahnen. "Diese wurden vom Europäischen Gerichtshof bereits zwei Mal aufgehoben", erklärt Wiesinger. Solange dem Tiroler Schwerverkehr, als sogenanntem Quell-und Zielverkehr, großzügige Ausnahmen gestattet werden, ist es juristisch äußerst zweifelhaft, dass sektorale Fahrverbote in Tirol von der EU akzeptiert werden.

Wie Umfragen zeigen, wird die Geschwindigkeitsbeschränkung von vielen Tiroler Autofahrern als mutwilliger Zeitdiebstahl empfunden. Insbesondere jenen, die mit ihrem Fahrzeug keine NOx-Emissionen verursachen, wie etwa die Besitzer von Elektrofahrzeugen oder Benzinern, ist Tempo 100 nur schwer vermittelbar. "Wenn es dem Tiroler Landeshauptmann Günther Platter tatsächlich ein Anliegen ist, die Autofahrer nicht mutwillig zu verärgern, sollte er sich bei seinem Tiroler Parteikollegen, Umweltminister Andrä Rupprechter, für eine rasche Reform des Immissionsschutzgesetzes-Luft (IG-L) einsetzen, sodass Geschwindigkeitsbeschränkungen wirklich nur mehr die Verursacher von Luftverschmutzungen treffen", fordert der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Aus Sicht des ÖAMTC wäre das für die Verkehrsteilnehmer zumindest eine nachvollziehbare Lenkungsmaßnahme.

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