Papst zu Anschlag in Jerusalem: Spirale des Hasses beenden

Patriarch Twal: "Mauer in den Herzen" muss fallen

Vatikanstadt-Boston-Jerusalem, 19.11.14 (KAP) Einen Tag nach dem blutigen Anschlag auf eine Synagoge in Jerusalem hat Papst Franziskus die Gewalt im Heiligen Land verurteilt und zum Frieden gemahnt. Die Situation sei geprägt von inakzeptablen Gewalttaten, die nicht einmal vor religiösen Kultstätten haltmachten, sagte er am Mittwoch bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz. Der Papst sicherte allen Opfern der Anschläge sein Gebet zu, und auch allen, die die Folgen der Gewaltakte zu tragen hätten. "Aus tiefem Herzen appelliere ich an die Konfliktparteien, der Spirale des Hasses und der Gewalt ein Ende zu setzen und mutige Entscheidungen für Versöhnung und Frieden zu treffen." Es sei schwer, den Frieden zu bauen, "aber ohne Frieden zu leben, ist eine Qual".

Am Dienstagmorgen waren zwei Angreifer in die Kehilat-Yaakov-Synagoge eingedrungen, wo gerade das Morgengebet stattfand. Sie töteten vier Menschen und verletzten weitere acht teils lebensgefährlich. Die aus Ostjerusalem stammenden Attentäter wurden von der Polizei erschossen.

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, glaubt, dass der Anschlag vom Dienstagmorgen auf eine Gebetsstätte die Situation zusätzlich verschlimmert. Anders als in den beiden Intifadas waren es keine Palästinenser aus dem Westjordanland, die Anschläge in Jerusalem wie die Amokfahrten und Stichwaffenattacken der vergangenen Wochen ausführten. Die Täter stammten aus Ostjerusalem; ihre Waffen waren Alltagsgegenstände. Für Patriarch Twal ist dies ein Zeichen: Die Sperranlage, die Israel nach eigener Darstellung zum Schutz gegen palästinensische Attentäter errichtet hat, sei sinnlos. Nach seinen Worten muss "die Mauer in den Herzen" fallen, wenn die Gewalt enden soll.

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