25 Jahre Kinderrechtskonvention: Verpflichtende direkte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene

Netzwerk Kinderrechte fordert ab 2015 eigene Gemeinderats-, Landtags-, Nationalrats- und Bundesratssitzungen mit Kindern und Jugendlichen

Wien (OTS) - "Ich bin der Meinung, dass in Kindern und Jugendlichen sehr viel Potential steckt! Dieses kann aber nur genutzt werden, wenn man die entsprechenden Möglichkeiten bietet. Daher ist es besonders wichtig, uns allen eine Stimme zu geben und vor allem unsere Ratschläge und Meinungen zu beachten. Oft wird gesagt, SchülerInnen und/oder Kinder haben nicht die nötige Erfahrung, um Dinge zu entscheiden bzw. mitzuentscheiden. Aber genau das ist unser Vorteil. Unsere Denkweise ist viel konkreter und direkter. Wir können der Jugend Möglichkeiten bieten, weil wir die Jugend sind." schrieb Matthias Rudischer, 17-jähriger Schüler aus der Steiermark, als er sich neben 50 weiteren Jugendlichen für das Mitreden bei der Parlamentarischen Enquete "25 Jahre UN-Kinderrechtskonvention" am 10. November 2014 anmeldete.

Das Netzwerk Kinderrechte Österreich als Dachverband von 42 Organisationen, die sich für die Umsetzung aller Kinder- und Jugendrechte in Österreich einsetzt, fordert nach der beeindruckenden Veranstaltung im Parlament, dass ab 2015 Kinder- und Jugendliche verpflichtend und regelmäßig in Gemeinderats-, Landtags- und Nationalrats- und Bundesratssitzungen zum Mitreden als ExpertInnen eingeladen werden sollen.

Für das Netzwerk Kinderrechte Österreich hat die Parlamentarische Enquete eines ganz klar bewirkt: Baustellen in der Umsetzung der Kinder- und Jugendrechte sind plötzlich konkret geworden, haben ein Gesicht bekommen. Warum musste der 16-jährige Rollstulhfahrer Benjamin Kasper aus Oberösterreich in der weiterführenden Schule in den EDV-Zweig gehen, obwohl er eigentlich Medizintechnik machen wollte? Weil die Werkstatt nicht barrierefrei war!

Der junge Afghane Mostafa Noori, der mit 16 Jahren nach Österreich geflüchtet war, erlebte bis zu seinem 18. Geburtstag Unterstützung durch eine Wohngemeinschaft, Schule, Deutschkurs und Versicherung:
"Ich habe in Österreich bekommen, was ich in meinem Land nie hatte. Für mich ist Österreich meine Heimat. Ich will Ihnen umbedingt meinen Dank zeigen. Als ich ganz einsam war, hat mir Österreich geholfen und jetzt will ich auch etwas Positives für Österreich machen. Anstelle sich ewig über die vermeintliche Faulheit der Asylwerber zu beklagen, sollten Sie uns ermöglichen, schnell arbeiten zu gehen" lautete seine Rede bei der Enquete. Kindern und Jugendlichen zuhören, sie ernstnehmen und mitentscheiden lassen, ist ein elementares Kinder-und Jugendrecht in Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention.

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