21er Haus: HOMO FABER - Ein räumliches Hörspiel in drei Teilen. Von Krüger&Pardeller

Wien (OTS) - Die Ausstellung HOMO FABER von Doris Krüger und Walter Pardeller widmet sich vom 20. November 2014 bis zum 26. April 2015 dem Thema Kunstproduktion generell. In einer raumgreifenden Installation geht es dem Künstlerduo wesentlich um die Diskrepanz von zwei Sichtweisen auf die Kunst, die sie miteinander in Beziehung setzen. Diese sind einerseits die Idee der Kunst als Handlung und fortlaufende Herstellung von Bedeutung und andererseits die Idee der Produktion von ästhetisch lesbarer Form als Endprodukt. Doris Krüger und Walter Pardeller setzen sich damit auseinander, was Skulptur heute bedeutet und wie wir sowohl als Betrachter als auch als Institution mit Skulptur umgehen. In der Produktion tauchen dann vor allem Fragen nach der Selbstständigkeit und der Bedeutung der Form sowie nach dem produktiven Umfeld im Moment des Ausstellens auf. Dieses Zusammendenken von Form, Kontext und räumlicher Erfahrung passiert in diesem Fall vor dem Hintergrund des Werks Fritz Wotrubas (1907-1975). Krüger&Pardeller stellen ihre eigene Auffassung von Kunst als kritisches Produzieren der Haltung des Bildhauers gegenüber. Wotrubas Idee einer Kunstproduktion als "moralisches Prinzip", als "Widerstand" wird in einem Hörspiel mit historischen Tondokumenten ebenso thematisiert wie in einer eigens für die Installation geschaffenen musikalischen Komposition.

"Das Künstlerpaar Krüger&Pardeller fasziniert auch in dieser Arbeit mit der für sie typischen grundsätzlichen Auseinandersetzung mit den Themen Content- und Kunstproduktion und stellt diese zentralen Aspekte in das Spannungsfeld von Kultur, Soziologie, Politik und Ökonomie", so Agnes Husslein-Arco, Direktorin des Belvedere und 21er Haus. "Die Ausstellung HOMO FABER erleben wir als modellhaften Raum der Verhandlung zwischen zeitgenösssischer Kunst, Musik und der historischen Künstlerfigur Fritz Wotruba", erläutert Kurator Harald Krejci.

In den 1950er-Jahren wurde vor allem diskutiert, inwieweit eine Skulptur autonom, sprich ganz für sich selbst stehen kann. Die Frage nach dem Umfeld wurde in jener Zeit immer wesentlicher, und die Künstler begannen, ihre Arbeit in großen installativen raumgreifenden Formen umzusetzen. Die Krise der klassischen Bildhauerei führte damals zum Environment und zur Rauminstallation.

Für das 21er Haus haben Krüger&Pardeller die historischen Fotografien und Tonaufnahmen zum Werk Fritz Wotrubas künstlerisch aufgearbeitet und in einer begehbaren Installation mit Audioelementen umgesetzt. Die Atelierwand als offensichtlicher räumlicher Kontext während der Produktion wird dabei zum zentralen Element. Mit den historischen Originalaufnahmen, die neu zu einer Art dreidimensionalem Hörspiel zusammengefügt und im Raum versetzt erlebbar gemacht werden, entsteht auch ein Ort der Reflexion über das konstruierte Künstlerbild von gestern und heute.
Die Sprache der Zeit, die Kunst der anderen, die Wand des Ateliers:
Krüger&Pardeller beleuchten das Hintergründige, das Banale, das Zufällige. Der Stoff, aus dem die historische Erzählung über Wotruba gewebt wird, macht zugleich das immaterielle Substrat ihrer eigenen Produktion sichtbar.

HINWEIS: Bitte beim Titel HOMO FABER die Großschreibung aus rechtlichen Gründen unbedingt einhalten!

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