Ein Jahr Kinderhilfsfonds: Österreichische Kinderliga zieht Bilanz

Recht auf adäquate Therapie ist Kinderrecht: Kinderhilfsfonds konnte bereits im ersten Jahr knapp 100 Familien konkret helfen.

Wien (OTS) - Der von der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit im November 2013 ins Leben gerufene Kinderhilfsfonds konnte bereits im ersten Jahr knapp 100 Familien konkret helfen. Viele Familien können sich die oft dringend notwendigen Therapien und Heilbehelfe für ihr krankes Kind nicht leisten. Genau dort springt der Kinderhilfsfonds ein und hilft rasch und unbürokratisch.

Recht auf adäquate Therapie ist Kinderrecht

Laut Artikel 24 der UN-Kinderrechtskonvention hat jedes Kind ein Recht auf das" erreichbare Höchstmaß an Gesundheit und auf Inanspruchnahme der vorhandenen Gesundheitseinrichtungen". In Österreich ist dieses Recht als Anspruch jedes Kindes auf bestmögliche Entwicklung und Entfaltung verankert. Dass in der Realität noch einiges nötig ist, um dieses Ziel zu erreichen, vor allem wenn es um Behandlungen und Therapien für chronisch kranke und behinderte Kinder und Jugendliche geht, zeigen noch immer alarmierende Zahlen und Fakten:
Rund 80.000 chronisch kranke und behinderte Kinder und Jugendliche erhalten nicht die Therapie, die sie benötigen. Die Wartezeiten betragen häufig bis zu eineinhalb Jahre oder die Therapien sind mit Selbstbehalten belastet, welche sich betroffene Familien nicht immer leisten können. Es gibt bundesweit zu wenig kostenfreie Therapieplätze mit zumutbaren Wartefristen.

"In den vergangenen Jahren ist auf Planungs- und Strategieebene viel geschehen Es gab in einzelnen Bereichen und Regionen auch Verbesserungen der Versorgung. Aber es ist - leider - bei weitem noch nicht genug, was bei den Betroffenen wirklich ankommt", gibt Dr. Christina Wehringer, Vizepräsidentin der Österreichischen Kinderliga, zu bedenken. Die Kinderliga gibt seit mehr als fünf Jahren Kindern und Jugendlichen eine Stimme, wenn es um deren Gesundheit geht, und arbeitet aktiv in diversen Gremien an Lösungsansätzen mit. "Die politische Arbeit ist langfristig angelegt und ohne Frage wichtig. Uns wurde aber bewusst, dass viele Familien unmittelbar konkrete Hilfe benötigen. Wir waren ständig damit konfrontiert, dass Kinder viel zu lange auf einen dringend notwendigen kostenfreien Therapieplatz warten mussten. Die Bewilligung von orthopädischen Behelfen dauert oft so lange, dass das Kind aus der Schiene oder dem Rollstuhl schon wieder heraus gewachsen ist, bis es diesen endlich bewilligt bekommt, ganz abgesehen von den hohen Zuzahlungen, die sich manche Familien nicht leisten können", erklärt Wehringer den Grund, weshalb die Kinderliga vor einem Jahr selbst aktiv wurde, um betroffenen Kindern im Rahmen des Kinderhilfsfonds mit direkter Unterstützung zu helfen.

Ein Jahr Kinderhilfsfonds: eine erste Bilanz

Seit seiner Gründung im November 2013 konnte der Kinderhilfsfonds bereits knapp 100 Anträge auf Soforthilfe bearbeiten und kranken Kindern rasch und unbürokratisch zu den dringend notwendigen Behandlungen und Therapien verhelfen. Diese Unterstützung ist nicht nur für die Kinder eine große Hilfe, sondern entlastet die ganze Familie. Oftmals geraten Familien durch die Erkrankung oder Behinderung ihres Kindes in Not. Der Kinderhilfsfonds springt dort ein, wo das System noch auslässt. Anträge auf Teil- oder auch Vollfinanzierung von Therapien und Heilbehelfen, die online an den Kinderhilfsfonds gestellt werden, werden nach genau festgelegten Kriterien geprüft und, wenn diese erfüllt sind, so rasch wie möglich bewilligt. "Die Kinder, die wir mit dem Kinderhilfsfonds unterstützen, haben oftmals eine Odyssee hinter sich und ohnedies meist schon lange genug auf die Therapien und Heilbehelfe, die sie dringend brauchen, gewartet", weiß Daniela Koller, Projektleiterin des Kinderhilfsfonds " Da dürfen wir keine Zeit verlieren!"

Besonders häufig wurden im ersten Jahr des Kinderhilfsfonds Anträge auf Finanzierung einer notwendigen Ergotherapie für Kinder mit Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen oder auch Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung gestellt. Je rascher dem betroffenen Kind die notwendige Therapie zuteilwird, umso wirksamer ist die Behandlung. Dies gilt ebenso für Psychotherapie bei seelischer Not, für Physiotherapie etwa bei cerebraler Bewegungsstörung, Logopädie bei Sprachstörungen oder etwa für spezifische Autismus-Therapien, die alle über den Kinderhilfsfonds nach genauer Prüfung des Antrags gefördert werden. Ebenso konnte der Kinderhilfsfonds im ersten Jahr zahlreiche Familien mit der (Vor-)Finanzierung von Heilbehelfen für die betroffenen Kinder unterstützen.

Damit der Kinderhilfsfonds auch weiterhin dort einspringen kann, wo Hilfe dringend notwendig ist, ist er auf Sponsoren und Spender angewiesen.

Information und Anträge: http://kinderhilfsfonds.at

Spendenkonto Kinderhilfsfonds:
Die Ärztebank 1096 Wien - IBAN: AT 88 1813 0808 8932 0001 - BIC:
BWFBATW1

Rückfragen & Kontakt:

Verena Bittner-Czettl
Tel. 0650/7101373
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