Mückstein: Große Versorgungslücken für Kinder mit psychischen Erkrankungen

Grüne: Mangelnde psychische Versorgung in jungen Jahren kann lebenslang negative Folgen haben

Wien (OTS) - "Kassenfinanzierte Psychotherapie für Kinder muss in jedem Bundesland ohne Wartezeiten zur Verfügung gestellt werden. 8100 Kinder unter zehn Jahren bekamen 2012 in Österreich Psychopharmaka verschrieben (vor allem Ritalin und Angstlöser), doch nur jedes fünfte Kind, das Psychotherapie braucht, erhält in Österreich einen kassenfinanzierten Therapieplatz", sagt die Gesundheitssprecherin der Grünen, Eva Mückstein, anlässlich der heute in einer Aussendung vom Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie festgestellten Versorgungsmängel für Kinder mit psychischen Erkrankungen.

Internationale Studien belegen zudem, dass psychisch kranke Kinder die psychisch kranken Erwachsenen der Zukunft sind. Denn psychische Störungen chronifizieren mit hoher Wahrscheinlichkeit wenn sie nicht entsprechend behandelt werden. "Es ist höchste Zeit für einen bundesweit einheitlichen Kassenvertrag für Psychotherapie, der den unkomplizierten Zugang zur Behandlung unabhängig von Einkommen und Meldezettel sichert", meint Mückstein.

"Auch Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie fehlen in Österreich. Bereits im letzten Jahr wies die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie darauf hin, dass in Österreich für 258 000 beratungs- oder behandlungspflichtige Kinder und Jugendliche in der Erstversorgung nur gerade einmal zwölf Kassenfachärzte zur Verfügung stehen. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Wird in jungen Jahren nicht rechtzeitig eingegriffen, kann das für die Betroffenen lebenslang negative Folgen haben", sagt Mückstein.

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