BELVEDERE: NIVES WIDAUER: SPECIAL CASES - COSMIC ROCKET

Wien (OTS) - Die Schweizer Künstlerin Nives Widauer entwirft regelmäßig installative Settings für Theater- und Opernproduktionen. Im Jahr 2011 begegnen ihr im Rahmen des Lucerne Festival die Instrumentenkisten der Wiener Philharmoniker auf der Unterbühne des Kultur- und Kongresszentrums, die sie faszinieren. "Während die Musiker auf der Bühne proben, dösen Kisten und Kleider, Taschen und Schuhe als großes Arrangement einen Dornröschenschlaf", beschreibt die Künstlerin den Beginn ihres Projekts. 2013 begleitet Nives Widauer die Philharmoniker fast ein Jahr lang auf ihrer Tournee durch Paris, London, Mailand, Luzern, Basel und New York und hält das Leben und Reisen der Kisten fotografisch fest. Mit ihrer Dokumentation des "Backstage Camping" erzählt die in Wien lebende Künstlerin eine Geschichte des temporären Einrichtens und legt das Verhältnis der Musiker zu ihren Instrumentenkisten auf eindrucksvolle Weise dar. In ihrem Buch Special Cases - Cosmic Rocket, das in Kürze im Hatje Cantz Verlag erscheint, hält sie ihre Eindrücke als Reisetagebuch fest. Für die gleichnamige Installation, die vom 18. November bis zum 2. Dezember 2014 im Marmorsaal des Oberen Belvedere zu sehen ist, hat Nives Widauer die Instrumentenkisten der Wiener Philharmoniker zu einer monumentalen Skulptur arrangiert. Die daraus geformte Rakete ist ein allgemeiner symbolischer Verweis auf das Reisen und die Fortbewegung, sie stellt jedoch auch einen ortsspezifischen Zusammenhang her, indem sie unmittelbar auf den Illusionismus des Deckenfreskos mit dessen zentraler Öffnung zum Himmel hin antwortet.

"Die Installation spielt mit dem Begriff des Unmöglichen. Die Rakete sitzt fest am Boden des Marmorsaales des Belvedere und tut so, als ob sie fliegen könnte - die (un-)mögliche Leichtigkeit des Seins", erklärt Nives Widauer. Seit mehr als 15 Jahren beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Thema der Weltraumforschung und der Überwindung der Schwerkraft. Auch in der Arbeit Special Cases - Cosmic Rocket stellt sie die Übertragung der Schwerkraft als eines der großen Rätsel der Physik in ihren künstlerischen Fokus. Begriffe wie Gleichgewicht, die Verbindung von Zeit und Emotionen und der Moment als absoluter zentraler Lebenspunkt sind wie in vielen ihrer Arbeiten auch in dieser von großer Relevanz.

"Nives Widauer fasziniert in ihrem künstlerischen Schaffen mit einem außerordentlich, wachen Blick auf all jene Ereignisse, die wir oft fraglos als Wirklichkeit akzeptieren", so die Direktorin des Belvedere, Agnes Husslein-Arco. "Immer wieder irritiert sie den Betrachter, indem sie eine vermeintliche Idylle mit subtilen künstlerischen Eingriffen bricht", erläutert Agnes Husslein-Arco den künstlerischen Prozess der Künstlerin.

Die Installation ist vom 18. November bis 2. Dezember 2014 im Marmorsaal des Oberen Belvedere zu sehen.

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