"Thema" am 17. November: Tödliche "Strafdusche" - 25 Jahre Gewaltverbot gegen Kinder

Wien (OTS) - Christoph Feurstein präsentiert in "Thema" am Montag, dem 17. November 2014, um 21.10 Uhr in ORF 2 folgende in HD produzierte Beiträge:

Tödliche "Strafdusche" - 25 Jahre Gewaltverbot gegen Kinder

Ein Vater verbrüht seine zweijährige Tochter mit der Dusche so stark, dass sie zwei Wochen später ihren Verletzungen erliegt. Er habe versehentlich das heiße Wasser aufgedreht, verantwortet sich der 26-Jährige, eigentlich habe er das Mädchen unter die kalte Dusche stellen wollen, um es zu beruhigen. Die Tragödie, die sprachlos macht, passiert genau in den Tagen, als das offizielle Österreich einen besonderen Geburtstag feiert: Vor 25 Jahren hat die UNO die Kinderrechte festgeschrieben, die sogenannte "gsunde Watschn" ist gesetzlich verboten worden. Bis dahin war es legitim, Kinder zu züchtigen. So mancher Kinderarzt hatte überforderten Eltern empfohlen, ihren Nachwuchs bei Fehlverhalten unter die kalte Dusche zu stellen. Es ist die gegenwärtige Großeltern- und Elterngeneration, die bis heute an den Erziehungsmethoden von damals leidet. Doch gibt es heute weniger Gewalt? Was löst sie in Betroffenen aus? Was hat sich in den vergangenen 25 Jahren tatsächlich verändert? Rike Fochler, Eva Kordesch, Andrea Poschmaier und Christoph Feurstein haben nachgefragt.

Bakary J. - Kommt der Folterfall nochmals vor Gericht?

Sie haben gestanden und sind rechtskräftig verurteilt - doch acht Jahre nach der Folter des Schubhäftlings Bakary J. starten drei Expolizisten eine großangelegte Medienkampagne samt PR-Berater, Pressekonferenz und umstrittenem ärztlichen Gutachter. Ihr Ziel: die Wiederaufnahme des Verfahrens. Der dafür notwendige neue Beweis, den sie liefern wollen: Das Foto mit den schweren Verletzungen Bakary J.s sei nicht am Tag nach den Misshandlungen entstanden, die Brüche im Schädel des Opfers hätten nicht sie zu verantworten. Die Recherchen von Zoran Dobric führen zu einem anderen Ergebnis. Und auch die früheren Anwälte der Expolizisten können die Offensive nicht verstehen. "Meine Mandanten wurden damals aufgrund von Fakten und Beweisen verurteilt", sagt Werner Tomanek. Rudolf Mayer, Verteidiger des vierten Polizisten, der seine Kollegen jetzt nicht unterstützt, ist erstaunt: "Es ist mir unerklärlich, mein Mandant hat damals ein klares Geständnis abgelegt und somit die Falschaussagen seiner Kollegen demontiert." Mit der Wiederaufnahme des Verfahrens wollen die verurteilten Polizisten einer hohen Geldforderung entgehen, die ihr Opfer bekommen soll.

VinziRast mittendrin - Zwei Welten unter einem Dach

"Die Studenten sehen, dass wir arbeiten wollen, obwohl wir einmal obdachlos waren. Seit ich hier sein darf, habe ich einen Riesenschritt nach vorne gemacht und bin auch als Mensch ganz anders geworden", sagt Herbert Urschitz. Er wohnt im Haus VinziRast mittendrin. In diesem Projekt von Cecily Corti leben ehemals Obdachlose mit Studenten in gemischten Wohngemeinschaften. "Wir schauen aufeinander, aber wir leben nicht im betreuten Wohnen", sagt die Studentin Berit Funk. Sie könne das Leben entdecken, wie es sonst nirgendwo möglich ist. Markus Stachl hat das Versuchsprojekt, das zum Vorzeigeprojekt geworden ist, besucht.

Die in HD produzierte Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

Seit 25. Oktober sind die Spartenkanäle ORF III und ORF SPORT + sowie die "Bundesland heute"-Ausgaben auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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