Fortpflanzungsmedizingesetz: Darf darüber diskutiert werden?

Wien, 14.11.2014 - "Man hat den Eindruck, ein umstrittener Gesetzesentwurf soll schnell durchwunken werden", so aktion leben-Generalsekretärin Mag. Martina Kronthaler.

Wien (OTS) -

Begutachtungsfrist ist eine Farce

"Wir haben den Eindruck, hier soll ein Gesetz an allen kritischen Kräften vorbei beschlossen werden. Es ist beschämend und einer Demokratie unwürdig, wenn Justizminister und Gesundheitsministerin sich hinter verschlossener Tür auf einen Entwurf einigen, dann bloß 2 Wochen Begutachtungsfrist einräumen", so die Kritik der aktion leben-Generalsekretärin. "Der Entwurf soll so schnell wie möglich durchgewunken werden, ohne berechtigte Kritik zuzulassen."

Erschütternd unkritisch

"Es ist erschütternd, wie unkritisch die Verantwortlichen die Techniken der Fortpflanzungsmedizin betrachten. Sie ist auch ein Geschäft mit der Hoffnung - sie darf nicht auf Kosten der Gesundheit von Frauen und der Gesundheit der Kinder gehen", so Mag. Martina Kronthaler weiter. Durch die Eizellspende werden junge Frauen, die als Spenderinnen in Frage kommen, künftig nicht unerheblichen gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt. Deshalb sei die Eizellspende etwas grundsätzlich anderes als die Samenspende. "Das halte ich für fahrlässig, weil die für eine Eizellspende notwendige hormonelle Stimulation den Spenderinnen sehr schaden kann."

Risiken werden unter den Tisch gekehrt

Risiken der Fortpflanzungsmedizin sind erheblich und werden meist unter den Tisch gekehrt. Langzeitfolgen für die so gezeugten Kinder sind überhaupt noch nicht ausreichend untersucht, alle Hinweise deuten aber auf erhöhte Risiken in vielfältigen Bereichen hin, wobei sich nicht alle Schäden unmittelbar nach der Geburt zeigen. Nicht umsonst gehören die Kinderärzte zu den größten Kritikern der Fortpflanzungsmedizin, insbesondere jene, die auf der Neonatologie arbeiten.

Die Zukunft des Kinderkriegens würde tiefgreifend verändert:
Wesentlich mehr Kinder müssten mit gespaltener Elternschaft zurechtkommen, wesentlich mehr Kindern würden bewusst ihre Herkunft bzw. ihr biologischer Vater vorenthalten.

Erfolgskontrolle fehlt weitgehend

Werden die technischen Möglichkeiten ausgeweitet, müssten die Geburtenraten der Fortpflanzungsmedizin als allermindeste Begleitmaßnahme besser als bisher dokumentiert werden. Denn nur so würden Frauen bzw. Paare in die Lage versetzt, eine eigenverantwortliche Entscheidung zu treffen.

"Wir fordern ein umfassendes Monitoring der Fortpflanzungsmedizin, das auch ein kindliches Outcome-Monitoring umfasst. Wir wollen nicht nur wissen, wie viele Frauen pro begonnenem Versuch überhaupt ein Kind bekommen, sondern auch, wie es Frauen und Kindern danach geht -nicht nur nach der Geburt, sondern auch 10, 20 Jahre später." Ebenso fordert aktion leben, dass die Beratung durch andere vorgenommen werden als jenen, die von der Behandlung finanziell profitieren und dass Kinderärzte hinzugezogen werden.

aktion leben verweist auf zwei ihrer Broschüren zum Thema

Die Eizellspende - ein fragwürdiger Weg zum Kind

Alles unter Kontrolle? - Untersuchungen am künstlich gezeugten Embryo (PID)

Sie können gegen Spende von 2,50 Euro über die Homepage von aktion leben www.aktionleben.at oder direkt bei aktion leben unter 01/512 52 21 bestellt werden.

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Helene Göschka,
Pressesprecherin aktion leben österreich
01/52 52 21

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