Bundesminister Ostermayer: "Wiener Kongress konnte länger dauernde Friedensordnung schaffen"

Präsentation des Buches "Der Wiener Kongress. Die Erfindung Europas" im Bundeskanzleramt

Wien (OTS) - "Es gibt wohl kaum einen passenderen Ort als den Kongresssaal des Bundeskanzleramtes, um ein Buch über den Wiener Kongress zu präsentieren. Denn genau hier, in dem nach ihm benannten Saal, hat der Wiener Kongress vor 200 Jahren getagt", sagte Bundesminister Josef Ostermayer heute, Donnerstag, anlässlich der Präsentation des Buches "Der Wiener Kongress. Die Erfindung Europas" im Bundeskanzleramt. Der Sammelband ist im Carl Gerold's Sohn Verlag in Kooperation mit dem Österreichischen Staatsarchiv erschienen, herausgegeben von Thomas Just, Wolfgang Maderthaner und Helene Maimann.

"Wir befinden uns in einer Zeit vieler einschneidender Jahrestage. So blicken wir nicht nur auf den Wiener Kongress von 1814/15 zurück, sondern auch auf den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, den Bürgerkrieg in Österreich vor 80 Jahren und den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren. Im nächsten Jahr begehen wir das 60-jährige Jubiläum des Staatsvertrags und gedenken des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren. Diese Jahrestage veranschaulichen uns den Erfolg des Wiener Kongresses, denn mit ihm konnte eine über längere Zeit dauernde Friedensordnung hergestellt werden. Es wurde damals eine Balance der Mächte geschaffen, die rund hundert Jahre gehalten hat. Danach kam es dann allerdings erneut zu Konflikten mit besonders bitteren Konsequenzen", so Ostermayer.

Wolfgang Maderthaner, Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs und Mitherausgeber des Bandes, erläuterte den wissenschaftlichen Blickwinkel der Publikation: "Mit dem Wiener Kongress wurden damals bereits erste Institutionen geschaffen, die in gewisser Weise als Vorläuferinstitutionen eines geeinten Europas gesehen werden können." Aber auch auf andere Aspekte werde eingegangen, wie die Ziele der Aufklärung und die revolutionären Bewegungen für bürgerliche Freiheiten und gegen Privilegien des Adels und der Kirche im 19. Jahrhundert. Näher beleuchtet werde außerdem das historische Umfeld des Kongresses, also Aspekte wie die Rolle der Frauen oder die Situation der jüdischen Bevölkerung.

"Wien war zu Zeiten des Kongresses so etwas wie die Kulturhauptstadt Europas", so Manfred Matzka, Präsidialchef des Bundeskanzleramtes und Verfasser des Vorworts zum Sammelband. Bei näherer Betrachtung des Kongresses und der durch ihn geschaffene Friedensordnung würden sich einige Parallelitäten zur späteren Integrationsbewegung in Europa ablesen lassen. "Auch damals stand am Beginn eine gemeinsame Überzeugung: Es schien möglich, eine fundamentale Krise als Chance zu begreifen und künftigen militärischen Konflikten durch eine neue Kategorie an Normen vorzubeugen, nämlich supranationalem Recht."

Abschließend bedankte sich die Geschäftsführerin des Gerold-Verlags, Brigitta Umstätter, bei den Herausgebern, bei den Autorinnen und Autoren, dem Österreichischen Staatsarchiv und all jenen, die zum Gelingen der Publikation beigetragen haben, für die gute Zusammenarbeit.

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundespressedienstes http://fotoservice.bundeskanzleramt.at kostenfrei abrufbar.

Rückfragen & Kontakt:

Matthias Euler-Rolle
Kabinett Bundesminister Dr. Josef Ostermayer
Pressesprecher Kunst & Kultur
Tel.: +43 1 531 15-202122
Mobil: +43 664 610 63 33
E-Mail: matthias.euler-rolle@bka.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBU0001