Stronach/Franz fordert zentrale Steuerung des Spitalswesens durch den Bund

Ein Drittel der Spitalsbetten abbauen - Landeskaiser entmachten

Wien (OTS) - Einen Abbau der Spitalsbetten in Verbindung mit einer Stärkung der Ambulanzen und besserer Notärztlicher Versorgung hat Team Stronach Gesundheitssprecher Dr. Marcus Franz im Rahmen einer Pressekonferenz gefordert. Dazu sei es nötig, dass das Spitalswesen zentral beim Bund liegt. Kritik gab es von Franz für eine Änderung beim Ärztegesetz, die Medizinern die Rückkehr nach Österreich erschwert. Franz kündigte einen Antrag an, der dies wieder erleichtern soll.

"Der stationäre Spitalssektor verschlingt jährlich 12 Mrd. Euro. Mit seinen 65.000 Spitalsbetten ist Österreich sogar "Betten-Europameister" so Franz. Es sei daher höchste Zeit, mit neuen Strukturen den Speck wegzuschneiden. Laut Statistik kommen durchschnittlich 6,5 Spitalsbetten auf 1000 Österreicher - der europaweite Mittelwert liegt bei 3,8. "Ich bin der Überzeugung, dass man mit einem Drittel weniger an Spitalsbetten das Auslangen findet. Die Gesundheitsversorgung würde dadurch auf keinen Fall schlechter werden, vielleicht sogar besser." Durch das damit frei gewordene Geld in Höhe von drei bis vier Mrd. Euro könne man "mehr ambulante Strukturen schaffen und die Direkt- und Vor-Ort-Versorgung verbessern."

Zudem gehöre den Landeskaisern das Spitalswesen entzogen, öffentliche Krankenhäuser müssten in die Trägerschaft des Bundes gelangen, forderte Franz. Die Betriebsführung der Spitäler könnten private Betreiber übernehmen.

Kritik gab es von Franz auch an der "Legende vom reichen Arzt". Immer mehr Jungärzte fliehen aufgrund der schlechten Bedingungen mit den Krankenkassen in die Privatmedizin - bei einem durchschnittlichen Verdienst von 2.500 bis 3.000 Euro: "Wir leben da in einer riesengroßen Heuchelei, weil die Mär ist vom besten Gesundheitssystem der Welt einfach nicht stimmt."
Zwar sei Österreich "Ärzte-Vize-Europameister" mit der zweithöchsten Ärztedichte Europas - durchschnittlich 4,75 Mediziner auf 1.000 Österreicher, der europäische Schnitt liegt bei 3,5 - "allerdings werden sie von der Politik falsch eingesetzt", so Franz. Doch während in den Städten Ärzte um ihre Patienten kämpfen, geraten ländliche Regionen immer mehr in Problemsituationen. Franz fordert auch hier eine zentrale Planung. "Bisher hat immer der Hauptverband der Sozialversicherungen bestimmt, wer sich wo ansiedeln darf, wie die Tarifgestaltung ist, etc. Ein solcher Wildwuchs darf nicht sein!"

Beim Ärztegesetz kritisierte Franz die Streichung des Paragrafen 14, Absatz 2. Darin wird festgelegt, dass ab 1. Jänner 2015 Facharzt- und Arzt-Prüfungen, die im Ausland abgelegt wurden, in Österreich zu wiederholen sind. Für Franz ein "Schildbürgerstreich", erschwere man dadurch z.B. den 3.000 österreichischen Ärzten, die in Deutschland arbeiten, eine Rückkehr.

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