Manfred Spitzer in ORF-Reihe "Was ich glaube": Wie ist das mit der Klugheit?

Am 16. November um 16.55 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Im Rahmen der Serie "Die Wiederkehr der Tugend" machen sich seit September Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Philosophie in der in HD produzierten ORF-Reihe "Was ich glaube" Gedanken über die Aktualität der alten Tugenden: Am Sonntag, dem 16. November 2014, widmet sich der Ulmer Hirnforscher Manfred Spitzer um 16.55 Uhr in ORF 2 der Klugheit.

"Je mehr ich weiß, desto mehr habe ich auch die Verantwortung, mein Wissen anzuwenden und entsprechend für Gutes in der Welt umzusetzen. Ein Professor, der sein Wissen für sich behält, während um ihn herum die Welt untergeht, kann nicht für gut gehalten werden. Umgekehrt folgt daraus, dass er gelegentlich unbequeme Dinge sagen muss. Denn wer kann sich das sonst noch leisten? Nur Leute, die unkündbar sind und die ihr Geld bekommen, auch wenn sie unbequeme Dinge sagen. Deswegen brauchen wir sie: die klugen Leute, die unbestechlich sind und auch mal Unbequemes sagen!", so Manfred Spitzer. Wissen werde seiner Meinung nach heute viel zu sehr unterschätzt: "Wissen ist kein auswendig gelerntes Faktenwissen. Wirkliches Wissen ist immer vernetzt und anwendungsrelevant. Und solches Wissen ist unverzichtbar." Solches Wissen sei auch nicht durch das "Netz" oder durch "Google" ersetzbar: "Es wird ja heute oft gesagt: 'Alles ist im Netz. Was müssen wir da noch wissen? Wir können ja alles googlen.' -Ein völliger Unsinn. Denn wenn Sie googeln, müssen Sie was wissen, denn sonst sind Sie hoffnungslos verloren, weil Google Ihnen in 0,1 Sekunden die berühmten 1.000 Hits auf den Bildschirm schmeißt. Und was machen Sie dann? Nichts. Es sei denn, Sie wissen was und können die Spreu vom Weizen trennen. Und je mehr Sie wissen, desto besser können Sie Google verwenden. Aber zu sagen, wir könnten Wissen durch Google ersetzen, ist einfach nur dummes Geschwätz!"

Die Klugheit zählt seit Platon neben der Gerechtigkeit, der Mäßigung und der Tapferkeit zu den vier Kardinaltugenden. Anders als die drei christlichen oder theologischen Tugenden (Hoffnung, Liebe, Glaube), die - so heißt es im Christentum - als von Gott verliehen gelten, könnten und müssten die vier Kardinaltugenden erworben werden. Die große abendländische Tradition sieht in der Tugend jene Fähigkeit und Tauglichkeit des Menschen, die ein umfassendes Glücken des persönlichen und sozialen Lebens ermöglicht.

Bisweilen klingt der Begriff der "Tugend" ein wenig verstaubt. Aber hat er in einer Gesellschaft, die vor der Herausforderung steht, das individuell Gute mit dem sozial Gerechten in Einklang zu bringen, seine Aktualität verloren? Die Sendereihe "Was ich glaube" lässt interessierte Zeitgenossen beiderlei Geschlechts zu Wort kommen und schickt sie - mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen - auf die Suche und Interpretation nach den vier klassischen Grundtugenden - Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung - und den drei sogenannten göttlichen Tugenden - Glaube, Liebe, Hoffnung. Den Einstieg in die Reihe machte der Philosoph und Theologe Clemens Sedmak am 21. September mit allgemeinen Überlegungen zu den Tugenden. Weitere Gedanken über die Aktualität der alten Tugenden machten sich die Schauspielerin Maria Hofstätter über den Glauben, die Schriftstellerin Julya Rabinowich über die Liebe, der Physiker Herbert Pietschmann über die Hoffnung, Conchita Wurst über die Tapferkeit, der Philosoph Robert Pfaller über die Mäßigung und der Schriftsteller Robert Kleindienst über die Gerechtigkeit.

Die Sendungen sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und werden auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

Seit 25. Oktober sind die Spartenkanäle ORF III und ORF SPORT + sowie die "Bundesland heute"-Ausgaben auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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