ÖH Uni Wien ad 650 Jahresfeier: Was gibt's denn da zu feiern?

ÖH Uni Wien kritisiert bestehende Männerbünde und unreflektierte Selbstinszenierung der Universität Wien

Wien (OTS) - "Nach 650 Jahren Uni Wien ist wenig zu feiern, sondern viel zu tun!" erklärten die Vorsitzenden der ÖH Uni Wien heute, Donnerstag, während der Pressekonferenz der Universität Wien zur Präsentation des Programms zur 650-Jahr-Feier. Der Zugang zur Uni wird Studieninteressierten zunehmend erschwert, gleichzeitig verschlechtern sich die Studienbedingungen sukzessive, Mitspracherecht für Studierende ist kaum vorhanden. Von einem ausgewogenen Verhältnis der Geschlechter kann unter den Professor_innen oder in den Uni-Gremien keine Rede sein. Zudem finden sich jeden Mittwoch noch immer - unkommentiert von der Univertität Wien - deutschnationale Burschenschafter auf der Rampe der Hauptgebäudes zusammen.

In ihrer Öffentlichkeitsarbeit rund um die 650-Jahr-Feierlichkeiten beweist die Uni Wien Ignoranz: "Besserwisserin seit 1365" titelt etwa ein Sujet - dabei ist 1897 eine Frau* erstmals an der Universität zugelassen worden. "Dass am Tag des Senatsbeschlusses für Aufnahmeverfahren in den neuen Lehramtsstudien im April diesen Jahres "Open since 1365" überdimensional vor dem Hauptgebäude prangte, zeigt die Unreflektiertheit der Uni Wien", kritisierte Camila Garfias (VSStÖ).

Doch nicht nur die Inszenierung der Uni Wien bietet Anlass zur Kritik: "Was sollen wir denn feiern, wenn die Universitätsleitung ohne jede Reaktion dabei zusieht, wie Deutschnationale mit menschenverachtenden Ideologie noch immer zu den Denkmälern auf dem Unigelände pilgern?", sagte Cathy Schneider (GRAS).

Durch einen Antrag der Universitätsvertretungssitzung der ÖH Uni Wien im Oktober hat diese Thematik wieder erhöhte Aufmerksamkeit erhalten. Eine Reaktion seitens der Universitätsleitung zum rechtsextremen Gedankengut der Burschenschafter steht immer noch aus! "Darüber hinaus müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass die Politik und auch die Universität noch immer von Männerbünden dominiert werden", erklärte Stephanie Marx (unabhängig für den KSV LiLi).

"Wir fordern eine Uni, die nach 650 Jahren ihre faschistische, antisemitische, frauenfeindliche und diskriminierende Vergangenheit reflektiert und alles daran setzt, jene noch immer bestehenden Tendenzen aufzudecken und aus der Uni zu verbannen", verlangte das Vorsitzteam der ÖH Uni Wien. Ob man sich öffentlich von Burschenschaften distanziert oder sich klar zur Frauenförderung an der Uni bekennt - "zum 700 Jahre Jubiläum würden wir gerne etwas zu feiern haben", schließt der Vorsitzteam unisono.

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