ASFINAG: Neue Infokampagne "MIT ABSTAND AM SICHERSTEN!" startet

Umfrage zeigt: Jeder Zweite schätzt den notwendigen Sicherheitsabstand völlig falsch ein, gefährdet sich und andere

Wien (OTS) - Mit ihrer aktuell startenden Herbst-Kampagne "Mit Abstand am sichersten!" möchte die ASFINAG ins Bewusstsein der Lenkerinnen und Lenker bringen, wie gefährlich zu wenig Abstand ist. Den Auftakt machte heute eine Pressekonferenz in Wien mit Verkehrsminister Alois Stöger, den ASFINAG Vorständen Alois Schedl und Klaus Schierhackl und Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Jeder achte Unfall mit Verletzten auf Autobahnen ist die Folge von zu wenig Sicherheitsabstand. In Kombination mit Ablenkung oder zu hohem Tempo ist mangelnder Abstand sogar Mit-Ursache bei jedem zweiten Unfall. Dass viele Verkehrsteilnehmer beim Thema Abstand einer krassen Fehleinschätzung unterliegen, zeigt zudem die heute präsentierte aktuelle IFES-Umfrage im Auftrag der ASFINAG: Knapp die Hälfte der LenkerInnen meint, bei Tempo 130 würden höchstens 20 Meter Abstand ausreichen - empfohlen werden aber 70 Meter. Und: Ebenfalls jeder Zweite attestiert sich selbst mit 0,5 Sekunden das Reaktionsvermögen eines Profi-Rennfahrers.

"Für mich ist wichtig, dass die gesetzlichen Grundlagen für Verkehrssicherheit von den Autofahrerinnen und Autofahrern akzeptiert und umgesetzt werden. Die Kampagne der ASFINAG ist ein wichtiger Schritt in Richtung Bewusstseinsbildung, auch angesichts der Umfrageergebnisse. Obwohl wir bei den Unfallzahlen auf einem guten Weg sind, ist jeder Verkehrstoter ein Verkehrstoter zu viel", sagte Verkehrsminister Alois Stöger heute im Rahmen der Pressekonferenz zur neuen ASFINAG Info-Kampagne.

Und während es bei den Risikofaktoren Unachtsamkeit oder Alkohol zuletzt positive Rückgänge gibt, hält sich zu wenig Abstand konstant an dritter Stelle im Ranking der Unfallursachen. "Zu nah am Vordermann heißt nah am Unfall. Nur ausreichend Sicherheitsabstand schützt vor einem Auffahrunfall", betonte ASFINAG Vorstand Alois Schedl, "das gilt gerade jetzt doppelt, wenn die Sicht schlechter wird und die Straßenverhältnisse schwieriger. Daher ist der Sicherheitsabstand auch das Thema unserer heurigen Herbst-Kampagne."

"Wenn es um den notwendigen Sicherheitsabstand geht, dann gibt es leider eine ganz gefährliche Mixtur: Selbstüberschätzung plus fehlendes Wissen plus zu wenig Gefahrenbewusstsein. Diese Kombination führt zu vielen Unfällen, die ganz leicht vermeidbar wären", so ASFINAG Vorstand Klaus Schierhackl, "wenn die Hälfte der LenkerInnen meint, bei Tempo 130 würden 20 Meter Abstand ausreichen, dann ist das ein oft fataler Irrtum. In dieser kurzen Zeit kann niemand anhalten."

Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV):
"Zwei Sekunden Abstand - bei 100km/h mindestens 50 Meter - genügen auf Autobahnen, um den Reaktionsweg zu kompensieren und eine Kollision mit dem Fahrzeug vorne zu vermeiden. Aus einer repräsentativen Befragung unter 1.000 österreichischen Lenkern wissen wir, dass 94 Prozent zu knappes Auffahren für gefährlich halten. Aber jeder fünfte Lenker ertappt sich selbst dabei, häufig oder gelegentlich zu wenig Sicherheitsabstand einzuhalten. Der Trugschluss dabei ist: Ich habe die Situation im Griff".

Zuwenig Abstand: Das sind die gefährlichen Fakten

Die zentrale Unfalldiagnose "zu wenig Sicherheitsabstand" ist - nach Rasen und Ablenkung - auch in sehr konstanten absoluten Zahlen an dritter Stelle der Unfall-Ursachen auf Autobahnen und Schnellstraßen. 2013 wurden 391 Menschen bei solchen Unfällen verletzt - das ist jeder Achte, der im Straßennetz der ASFINAG im Jahr zu Schaden kommt. In punkto Unfallursache liegt zu enges Hintereinanderfahren damit noch vor Übermüdung oder Alkohol! Alarmierend: In Kombination mit Rasen, Alkohol und ganz besonders Unachtsamkeit ist zu wenig Abstand eine Mit-Ursache für jeden zweiten Unfall im ASFINAG Netz.

Das sagen Experten: Zwei Sekunden Abstand entscheiden

Mindestens zwei Sekunden Abstand - das ist die Faustregel und klare Empfehlung der Verkehrssicherheits-Experten. Dieser Wert gilt unabhängig von der Geschwindigkeit: Rund 70 Meter bei 130 km/h, bei 100km/h mindestens 50 Meter. Grund: Die Zeitspanne für Reaktion und Bremsweg wechselt stark nach Fahrer, Fahrzeug und Straßenzustand. Bis man überhaupt reagiert vergehen - beeinflusst von Faktoren wie Alter oder Aufmerksamkeit - zwischen 0,7 und 1,5 Sekunden. Einfache Rechnung: Bei einer gemeinsamen Ausgangsgeschwindigkeit von 100 km/h und einem Abstand von nur einer Sekunde prallt man mit unverändert 100 km/h in das vordere Fahrzeug, das mit guten Bremsen das Tempo in einer Sekunde auf 64 km/h verringern konnte.

Abstand: Das sagen die Lenkerinnen und Lenker

Eigenwahrnehmung und Gefahrenbewusstsein stimmen laut aktueller Umfrage der ASFINAG nicht mit dem tatsächlichen Fahrverhalten überein - und die Wegstrecke über zwei Sekunden wird krass unterschätzt. Die österreichischen Autofahrer schätzen den richtigen Abstand zum Vordermann mehrheitlich "nach Gefühl" (54 Prozent). In punkto Sicherheit trügt das Gefühl: Die Hälfte gibt an, bei 130 km/h maximal vier Fahrzeuglängen - nicht einmal 20 Meter oder 0,6 Sekunden -Abstand zu halten, 13 Prozent sogar nur maximal zwei Fahrzeuglängen. 81 Prozent der Befragten sagen dennoch, dass sie die "Zwei-Sekunden-Regel" immer oder meistens einhalten. Nur 38 Prozent konnten den korrekten Abstand von 50 Metern bei 100 km/h richtig einschätzen. Und 43 Prozent sind der Meinung, in maximal 0,5 Sekunden auf ein Signal (etwa Bremslicht) reagieren zu können. Dies schaffen nur Rennfahrer bei voller höchster Konzentration.

Abstand: Das macht die ASFINAG

Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung, wie etwa eine Kampagne, halten 92 Prozent der Befragten für wichtig. Die ASFINAG startet jetzt eine Info-Offensive, um auf die Gefahren von zu wenig Abstand aufmerksam zu machen: Mit 180 Plakattafeln an Autobahnen, 130 Radio-Spots, Einschaltungen sowie auf www.asfinag.at und den Social Media Kanälen der ASFINAG.

Fotos unter: www.asfinag.at/pressefotos (Fotorechte Zinner/bmvit)

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