AK Test: Angebote für Zukunftsvorsorge nicht immer verlässlich 1

Wien (OTS) - Die Angebote für die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge sind für VerbraucherInnen undurchsichtig und daher für einen Vergleich unbrauchbar. Über die Kosten wird nicht immer so informiert, wie das sein sollte. Das zeigt ein AK Test bei 17 Versicherern über die Einhaltung der gesetzlichen Informationspflichten laut Einkommenssteuergesetz in den Offerten.

Die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge ist eine spezielle Form einer Lebensversicherung. Sie dient der privaten Pensionsvorsorge und wird mit einer staatlichen Prämie gefördert. Seit August 2013 gibt es im Einkommensteuergesetz neue Vorschriften, wie Kon-sumentInnen vor Vertragsabschluss informiert werden sollen. So muss es vor allem klare Angaben über Kosten, Veranlagungsbetrag, zur Rente und zur Veranlagung selbst geben. Die AK hat 17 Versicherer mit Testkäufern per Mailofferten unter die Lupe genommen, inwieweit sie den Informationspflichten nachkommen. Der AK Test zeigt:

+ Dünn bis ausführlich: Der Umfang der erhaltenen Versicherungsofferte war höchst unterschiedlich: 2 bis 14 Seiten. AK Fazit: Es gibt somit keinen guten Informationsstandard bei diesem staatlich geförderten Pensionsvorsorgeprodukt.

+ Mangelhafte Kostenangaben: Acht Versicherer wiesen im Offert die Abschlusskosten auf: Die Bandbreite geht von 340 bis 1.440 Euro. Drei hatten dazu gar keine Angaben, was ein Verstoß gegen die gesetzlichen Bestimmungen ist. Bei sechs Offerten fehlte der anzugebende Gesamtbetrag, aber Hinweise zur Berechnung der Abschlusskosten waren immerhin vorhanden. Nur eine einzige der 17 Versicherungen informierte - wie im Gesetz gefordert - über den Gesamtbetrag der laufenden Kosten.

+ Kühne Performance-Annahmen: Es gab allzu optimistische Performance-Angaben von 6 bis 9 Prozent, angesichts der derzeitigen Renditen am Markt ist das unverständlich.

+ Fehlende Angaben zur Veranlagung: Bei fünf Versicherungen fehlten diese Angaben zur Gänze, bei vier teilweise, die anderen führen sie an.

+ Kaum Angaben zu den Grundlagen der Rentenberechnung (monatlich Zahlung der Versicherung): Nur drei Versicherer erfüllten diese Informationspflicht komplett. Es ist höchst unterschiedlich, was garantiert wird und was nicht, etwa die derzeitige Rententafel oder eine (vorgerechnete) lebenslange Rentenhöhe.

Die AK hat auch die Renditen durchgerechnet. Es zeigt sich:
Performance ist nicht gleich Rendite. Eine angegebene Wertentwicklung eines Fonds berücksichtigt nicht die Kosten des Versicherungsvertrages. Was bleibt übrig, wenn die in den Offerten angenommene Wertentwicklung von drei Prozent eintrifft? Nach Abzug von Kosten bleiben rechnerische Renditen zwischen 2,15 und 2,75 Prozent (Frau) sowie 2,22 und 2,77 Prozent (Mann) übrig. Noch weniger ist die Rendite unter der Annahme, dass es gar keine Performance gibt, sondern nur das garantierte Kapital samt staatlicher Prämie am Ende der Prämienzahlung vorhanden ist: Renditen zwischen 0,01 und 0,41 Prozent.

(Forts.)

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