SP-Wagner zur Opposition: Von einem "Verwalten" von Drogenkranken kann keine Rede sein

Wien (OTS/SPW-K) - "Die Illusion, dass man allein mit parteitaktisch motivierten Forderungen und gewissermaßen einem Fingerschnipp, nach dem Motto: a, b, bu, weg bist du, dieses gesamtgesellschaftliche Problem lösen kann, mündet in eine Sackgasse. Anders ist die Wiederholung der unsachlichen Forderung nach ausschließlich stationärer Therapie nicht zu erklären. Das Drogenproblem ist vielschichtig und muss deshalb durch zahlreiche miteinander wirkende Maßnahmen entschärft werden. Genau darum bemüht sich die Stadt Wien konsequent seit vielen Jahren mit ihren bestehenden Maßnahmen und Einrichtungen", stellte heute SP-Gemeinderat Kurt Wagner zu den neuerlich sowohl von ÖVP als auch von FPÖ getätigten Aussagen fest.

"Die Stadt Wien hat seit Jahrzehnten hervorragende und effektive Sucht- und Drogenhilfe-Programme. Für einen erfolgreichen Kampf gegen Suchterkrankungen ist eine integrierte Behandlung notwendig. Das engmaschige Angebot Wiens in diesem Bereich setzt sich aus Präventionsmaßnahmen, so genannten niederschwelligen Angeboten - zu denen die neue Einrichtung zählt - und verschiedenen stationären und ambulanten Therapieeinrichtungen zusammen, die in den letzten Jahren immer stärker ausdifferenziert und treffsicherer gemacht wurden. Darüber hinaus wurden die Angebote zur Steigerung subjektiver und objektiver Sicherheit im öffentlichen Raum ausgeweitet, etwa durch Streetwork, SAM und Help U. Dass dies sehr sinnvoll und erfolgreich ist, zeigt die Tatsache, dass in anderen Großstädten das Drogenproblem weit virulenter ist als in Wien. Ein Beweis dafür, dass die Sucht- und Drogenpolitik von Stadträtin Wehsely erfolgreich, gemeinwesenorientiert und nachhaltig ist. Daher wurde heute der von den Oppositionsparteien eingebrachte Misstrauensantrag zu Recht abgelehnt", so Wagner weiter.

Die Drogenproblematik hat viele Wurzeln und betrifft alle Gesellschaftsschichten. Daher müssen vordringlich im Zuge von Präventionsmaßnahmen auf allen Ebenen angesetzt werden. Genau das tut die Stadt in verstärktem Ausmaß auf der Basis ihres Drogenkonzepts von 1999, das damals im Gemeinderat von allen Parteien gemeinsam beschlossen wurde. Und es hat sich bewährt und wurde bedingt durch neue, aktuelle, wichtige Aspekte zur Wiener Sucht- und Drogenstrategie 2013 weiterentwickelt. Die strategischen und für die Zukunft relevanten Aspekte der Weiterentwicklung und Ergänzung des Wiener Drogenkonzepts von 1999 liegen nun in Form der "Wiener Sucht-und Drogenstrategie 2013" vor. Diese wurde am 7. Oktober 2013 im Beirat für Sucht- und Drogenfragen, in dem auch alle im Gemeinderat vertretenen Parteien sitzen, vorgestellt.

Wie sich zeigt ist diese Strategie erfolgreich: Auch wenn jeder drogenabhängige Mensch einer zu viel ist, ist die Situation in Wien im Vergleich zu fast allen anderen europäischen Hauptstädten moderat. Die Zahl der Opiatabhängigen ist seit Jahren stabil und nicht gestiegen. Es ist gelungen, suchtkranke Personen verstärkt zu erreichen und sie in das Suchthilfesystem bzw. in das Sozialsystem zu integrieren. Durch die Einführung des Spritzentausches vor beinahe 25 Jahren konnte das Auftreten von schwerwiegenden Infektionskrankheiten wie HIV extrem niedrig gehalten werden. Die Rücklaufquote bei den getauschten Spritzen liegt bei 98 Prozent. In Wien gibt es laut Prävalenzschätzungen ca. 10.000 bis 12.000 Opiatabhängige, davon befinden sich derzeit mehr als die Hälfte in Substitutionsbehandlung, die in enger Kooperation mit dem niedergelassenem Bereich, Ärzte und Ärztinnen und Apotheken, stattfindet. Immer weniger Jugendliche sind in Substitutionstherapie. Das ist ein Erfolg von Präventionsarbeit und dem Ausbau jugendspezifischer Therapieangebote, die in vielen Fällen hochproblematische Drogenkarrieren verhindern. Das Durchschnittsalter der Menschen in Substitutionstherapie ist kontinuierlich gestiegen - in den meisten Fällen führen die Betroffenen heute ein unauffälliges und sozial integriertes Leben. Und die Zahl der Todesfälle ist weiterhin rückläufig. Entscheiden dabei ist: Die Betroffen zu erreichen und den KlientInnen eine umfassende psychosoziale und medizinische Beratung, Betreuung und Behandlung zu bieten.

"Der Wiener Weg in der Sucht- und Drogenpolitik ist ein wichtiger Teil der Gesundheits- und Sozialpolitik der Stadt Wien, der über die Jahre gewachsen ist und sich mit den zahlreichen Hilfsangeboten laufend weiterentwickelt hat - vorausschauend und bedarfsorientiert. Es muss und wird auch weiterhin niederschwellige Angebote, ambulante und stationäre Therapieformen geben, um der Realität zu entsprechen. Die Leitlinien "therapieren statt strafen", "helfen statt verhindern" und "integrieren statt verdrängen" werden auch in Zukunft den Wiener Weg der Sucht- und Drogenpolitik ausmachen", so Wagner abschließend.

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