Gewürzindustrie: Keine Entspannung auf den Rohstoffmärkten

"All time high"-Preissituation führt zu Beschaffungsproblemen bei Gewürzimporten aus Krisenregionen und zu Verzögerungen bei der Belieferung "All time high"-Preissituation führt zu Beschaffungsproblemen bei Gewürzimporten aus Krisenregionen und zu Verzögerungen bei der Belieferung

Wien (OTS/PWK803) - Die österreichischen Gewürzhersteller setzen auf Qualität, Sicherheit und Genuss ihrer Produkte. Die politischen Krisen in wichtigen Gewürzländern sowie die seit vielen Jahren andauernde "All time high"-Preissituation auf den Rohstoffmärkten stellen die österreichischen Gewürzunternehmen aktuell vor große Herausforderungen. Die Beschaffungssituation bei Gewürzimporten aus Krisenregionen wie die Ukraine, Ägypten und Syrien ist extrem angespannt. Die schwierige Versorgungssituation in diesen Ländern führt zu teils beträchtlichen Verzögerungen bei der Belieferung der österreichischen Unternehmen. Zusätzlich erschwerend ist, dass die Produkte, die auf einigen ausländischen Rohstoffmärkten angeboten werden, nicht in jedem Fall den hohen österreichischen Qualitätsstandards entsprechen und daher von den Unternehmen nicht eingekauft werden können. Das trifft auch fallweise im Handel mit Indien zu, dem weltgrößten Produzenten und bedeutendstem Exporteur von Kräutern und Gewürzen.

Historischer Höchststand der Pfefferpreise 2014
Nach jahrelangen Preissteigerungen erreichten die Pfefferpreise 2014 als Leitwährung der Gewürzbranche einen historischen Höchststand mit einer weiteren Preissteigerung in diesem Jahr in einem hohen zweistelligen Bereich. Die Ursachen liegen in der monopolartigen Angebotsstruktur in Vietnam, als der entscheidende Ursprung für Exportware, und einer schlechten Ernte in Indonesien, Indien und Malaysia bzw. vielen Partien, die qualitativ den europäischen Anforderungen und Firmenvorgaben nicht entsprechen. Auch haben sich die Importpreise für Koriander laut Statistik Austria im ersten Halbjahr 2014 um 120 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum verteuert. Bei Kümmel resultieren weit höhere Preise aus dem verringerten Anbau und der geringeren Ernten aufgrund nasser und kalter Wetterbedingungen. Die Knappheit von Knoblauch aus China führt zu Engpässen und zu einer Verteuerung der getrockneten Basisware von Knoblauch, die primär zu Granulaten und Pulvern verarbeitet wird.

International mit Sorge verfolgte Marktentwicklungen
Die österreichischen Hersteller von Gewürzen, Gewürzmischungen und Würzzubereitungen kämpfen bereits seit Jahren mit der angespannten Rohstoffsituation. Die steigende Nachfrage in vielen Anbauländern, die kritische Versorgungssituation in den Krisenländern sowie die Nichteinhaltung österreichischer Qualitätsstandards führen zu teils akuten Beschaffungsengpässen. Diese auch international mit Sorge verfolgten Marktentwicklungen zwingen die Unternehmen zu reagieren und ihre Kalkulationen in einem wirtschaftlich notwendigen Ausmaß anzugleichen. Die Möglichkeiten, diese Zusatzkosten durch Effizienzsteigerungen in den betroffenen Unternehmen zu kompensieren sind längst ausgeschöpft. (KR)

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Marcus Winkler
Obmann des Verbandes der Gewürzindustrie
Tel.: 0662/63 82 151

Mag. Katharina Koßdorff
Geschäftsführerin des Verbandes der Gewürzindustrie
im Fachverband der Lebensmittelindustrie - WKÖ
Tel.: 01/712 21 21 - 14

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