"Am Schauplatz" am 13. November: "Mode mit Moral"

Wien (OTS) - Bekleidung einkaufen macht viele von uns schon lange nicht mehr glücklich. Im Gegenteil: "Bei jedem neuen Stück fühle ich mich irgendwie schuldig", sagt eine Wienerin. Das Wissen um Hungerlöhne in Bangladesch, Gift im Produktionsprozess, Tierleid und unnötige Ressourcenverschwendung trüben das Shoppingvergnügen. Alternativen gibt es bereits, sie sind aber nicht einfach zu finden. Und Menschen, die es trotzdem probieren, müssen einiges an Zeit und Mühe investieren, wie die in HD produzierte "Am Schauplatz"-Reportage "Mode mit Moral" von Tiba Marchetti und Christine Grabner am Donnerstag, dem 13. November 2014, um 21.05 Uhr in ORF 2 zeigt.

Regina Baumgartner aus Wien lebt vegan. "Aus Liebe zu Menschen, Pflanzen und Tieren", wie sie sagt. Bekleidung darf nicht von Tieren stammen, muss fair gehandelt und bio sein. Wenn sie etwas neu kauft, achtet sie auf Zertifikate, die ihr das garantieren sollen. Davon gibt es aber unzählige - und nur wenige halten, was sie auf den ersten Blick versprechen. Die Kleidung für ihre dreijährige Tochter Aino kauft Frau Baumgartner gern auf dem Flohmarkt. "Die Sachen sind oft gewaschen, da ist kein Gift mehr drinnen. Außerdem spare ich so Ressourcen."

Rohstoffe sparen ist auch das Motto der Wiener Designerin Cloed Baumgartner. Sie ist Gründerin des Labels "Milch" und macht sogenannte Upcycling-Mode, also neue Kleider aus alten Stoffen. Das Material holt sie vom Volkshilfe-Altkleiderlager. Dort kostet vorsortierte Ware 30 bis 40 Cent pro Kilo. Aus Herren-Anzügen aus dem Sammelcontainer entstehen Kleider und Röcke, gefertigt von Näherinnen eines Volkshilfe-Projekts. Rund zwei Tonnen verarbeitet sie pro Jahr, "viel zu wenig leider" sagt die Geschäftsfrau, "in Zukunft werden wir es uns nicht mehr leisten können, solche wertvollen Rohstoffe zu verbrennen".

Die Mitarbeiter/innen des Volkshilfeprojekts könnten sich die Upcycling-Mode, die zu Boutique-Preisen verkauft wird, allerdings nicht leisten. Sie kaufen wie die meisten Konsumentinnen und Konsumenten in Geschäften der großen Bekleidungsketten. Von einigen Konzernen gibt es erste Bemühungen, auf die steigende Nachfrage nach fairer und biologisch produzierter Bekleidung zu reagieren. Allerdings ist es derzeit schwierig, zwischen Imagekampagne und realen Verbesserungen zu unterscheiden.

Susanne Jungnikl hat sich entschieden, ihre Wollpullover komplett selbst zu produzieren - von der geschorenen Schafwolle über das Reinigen, Kämmen, Spinnen und Verzwirnen der Wolle bis hin zum Stricken oder Weben des Kleidungsstücks. Die zeitaufwendigen Arbeitsschritte würde der pensionierten Lehrerin, die seit vierzig Jahren in einem alten Bauernhof im Südburgenland lebt, niemand bezahlen. "Wolle hat herrliche Eigenschaften: Sie reinigt sich selbst. Und das Wollfett, das Lanolin, hat heilende Kräfte", ist Frau Jungnikl begeistert. Ihr jüngster Sohn Arwid trägt ihre Pullis sehr gern, "da steckt Liebe drin", sagt er.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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