Klassisches Lied goes Videoclip: Kick-off für ORF-"Songbook" mit Haneke, Raimondi und Co.

Multimediale Kunstinitiative als Koproduktion mit Filmakademie, Musik-Uni und Konservatorium

Wien (OTS) - Anregendes Kick-off für ein aufregendes audiovisuelles Kunstprojekt: Unter dem Titel "The Songbook" hat der ORF in Kooperation mit der Filmakademie, der Universität für Musik und darstellende Kunst und dem Konservatorium Wien Privatuniversität eine spannende multimediale Kunstinitiative gestartet. Dabei trifft klassischer Liedgesang auf modernen Videoclip: Unterstützt von Mentoren wie Michael Haneke und Ildikó Raimondi entwickeln und realisieren junge Sänger/innen und Filmemacher/innen ein innovatives audiovisuelles Konzept. Das Ziel ist es, bis zum Ende des Uni-Sommersemesters im Juni 2015 Lieder aus der klassischen Literatur (Kunstlied) neu einzuspielen und zu verfilmen. Entstehen sollen bis zu zehn moderne Videoclips, die sowohl im Fernsehen als auch online präsentiert werden und in weiterer Folge als Unterrichtsmittel dienen können. Außerdem wird eine das Projekt begleitende Dokumentation gedreht. In der Filmakademie präsentierten gestern, am Dienstag, dem 11. November 2014, ORF-Kulturchef und Ideengeber Martin Traxl, die Mentoren Michael Haneke und Ildikó Raimondi, die Institutsleiter Claudia Walkensteiner-Preschl (Film und Fernsehen) und Peter Edelmann (Gesang und Musiktheater) sowie Rektor Franz Patay (Konservatorium) und Produzent Felix Breisach das Projekt vor Studentinnen und Studenten.

Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner: "ORF ist aktiver Talenteförderer"

"Mit diesem Projekt beweist sich Österreich erneut als innovatives Kulturland Europas. Wir bauen Brücken zwischen Musik und Filmkunst, fördern und verbinden junge Talente unterschiedlicher Genres mit klassischer Musik und entwickeln so auch eine moderne und breite Form der Kunst- und Kulturkommunikation für ein sehr diversifiziertes Konsumverhalten im Bereich Lied- und Filmkunst. Wir glauben, allen Kunstinteressierten diese Kunstform so sehr lebendig näherbringen zu können. Der ORF als Katalysator, Medienplattform und Brückenbauer dieser Initiative ist stolz, aktiver Talenteförderer und Entwicklungstreibender bei 'Songbook' zu sein. Danke an alle Projektpartnerinnen und -partner und toi, toi, toi allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern."

Martin Traxl: "Ein Kompendium der Kreativität für das Publikum von morgen!"

"Wir wollen dem jungen Publikum klassische Musik vermitteln. Das macht man am besten, indem man die Jungen selbst ranlässt", sagt Martin Traxl, dessen TV-Kulturabteilung für die Umsetzung von "The Songbook" verantwortlich zeichnet. Die Grundidee des Konzepts sei es, die beiden Welten Film und Musik zusammenzuführen: "Wir bringen Kreative unterschiedlicher Genres zusammen, verknüpfen mehrere Ausbildungsstätten und bieten dafür die Plattform. Aus klassischen Liedern sollen spannende, überraschende, berührende, witzige Filmminiaturen werden - ein Kompendium der Kreativität für das Publikum von morgen."

Michael Haneke: "Eine wunderbare Sache!"

Für Oscar-Preisträger und Filmakademie-Professor Michael Haneke ist "The Songbook" in vielerlei Hinsicht spannend und wichtig: "Ich bin ein großer Liederfan und freue mich über dieses Projekt. Da die klassische Musik im öffentlichen Bewusstsein immer weiter wegrückt, was viele Gründe hat, ist so ein Projekt eine wunderbare Sache." Auf die Frage nach dem Aktualitätswert, sagt Haneke: "Ich glaube, jedes Kunstwerk hat einen Aktualitätswert, man muss ihn nur herausholen. Die großen Werke der Weltliteratur und Musikliteratur sind alle ewig gültig, da muss man nur eine Form finden, sie zu präsentieren. Wenn so ein Projekt wie dieses ein bisschen dazu beitragen kann, das Interesse von Leuten zu erwecken, die sich vielleicht bis dahin nicht dafür interessiert haben, ist das das Beste, was uns passieren kann", so Haneke.

Ildikó Raimondi: "Wertvolle Substanz im Heute integrieren"

Für Kammersängerin Ildikó Raimondi, die ebenfalls als Mentorin sowie als Jurymitglied für ein im Jänner stattfindendes Musiker/innen-Casting fungiert, ist es wichtig, die Jugend für Klassik zu begeistern. "Ich bin eine reproduzierende Künstlerin und schaffe nichts Neues wie ein Maler oder Bildhauer. Aber ich tue jeden Tag mein Möglichstes, um die Vergangenheit lebendig zu machen, da ich merke, dass das klassische Lied den Anschluss zum Heute etwas verloren hat." So hofft die Sopranistin und Integrationsbotschafterin darauf, "dass es gelingt, diese wertvolle Substanz im Heute zu integrieren. Ich freue mich unglaublich, dass dieses Projekt stattfindet und dass es viele mutige Kulturkämpfer in diesem Land gibt."

Auch Franz Patay, Rektor des Konservatoriums, bläst in dasselbe Horn. Ihm geht es vor allem darum, "die musikalischen Kunstwerke, die vor 100 Jahren oder länger entstanden sind, in die Jetztzeit zu bringen und die Emotionen von damals ins Heute zu transportieren, so dass die Menschen sie verstehen. Dass man versteht, warum sich die Leute früher nach dem 'Heideröslein' so verzehrt haben und heute nicht mehr", so Patay.

Der weitere Fahrplan zu "The Songbook":

Bis Ende des Jahres werden Studentinnen und Studenten der Filmakademie anhand eines vom ORF erstellten Liedkatalogs Regiekonzepte erarbeiten - die besten zehn werden ausgewählt. Mitte Jänner 2015 findet ein Musik-Casting statt, bei dem sich Gesangsstudenten bewerben können - die besten zehn Sänger/innen werden von einer fünfköpfigen Jury, von der später jedes Mitglied auch als Mentor fungiert, gekürt. Der Jury gehören an: Ildikó Raimondi, Christa Ludwig, Angelika Kirchschlager, Herbert Lippert und Kurt Rydl. Danach folgen die Coachings durch die Mentoren und die Tonaufnahmen der von den Filmstudenten ausgewählten Lieder, weiters die Umsetzung durch die zehn Regisseure, die den Clip gemeinsam mit den jeweiligen Sängern erarbeiten (Letztere können, müssen aber nicht im Bild sein). Die Fertigstellung der Musikvideos ist bis Ende Juni 2015 geplant, die öffentliche Präsentation der Werke im Herbst im Rahmen des "Kulturmontag" sowie eines Online-Wettbewerbs, bei dem die besten drei Clips ausgezeichnet werden sollen.

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