PVÖ-Verbandstag (6) - Hundstorfer: Setze alles daran, dass unser umlagefinanziertes Pensionssystem erhalten bleibt

Pensionsantrittsalter steigt - Anhebung des Regelpensionsantrittsalters kein Thema - Österreich Weltmeister bei Pflegegeldsystem

Wien (OTS/PVOE) - Sozialminister Rudolf Hundstorfer hat in seiner Rede beim Verbandstag des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ) in Wien versichert, dass er "alles daran setzen wird, dass unser Pensionssystem weiter ein umlagefinanziertes bleibt, denn das ist die sicherste Variante, wie sich in der Krise wieder gezeigt hat". Der Minister betonte, dass "die soziale Sicherheit auf hohem Niveau in Österreich weiterhin erhalten und gelebt werden soll". Dem Pensionistenverband sprach er seinen Dank für dessen tägliche Arbeit und den "konstruktiven Dialog" aus. ****

Der Sozialminister umriss die Aktivitäten seines Ministeriums der letzten Zeit, zum Beispiel die Umsetzung des Pensionskontos, das nun für mehr Transparenz sorge. Der aktuelle Beschäftigungsstand liege in Österreich bei 3,6 Millionen unselbständig Beschäftigten. "Das sind so viele wie noch nie", sagte der Minister. Die Pensionsanpassung 2015 wurde mit 1,7 Prozent festgelegt, das seien 500 Millionen Euro. Außerdem wurden sozialrechtliche Verbesserungen für Eltern beschlossen, die ihre behinderten Kinder pflegen. Bisher waren die Betroffenen gegenüber jenen Personen, die ihre Eltern betreuen, schlechter gestellt - etwa hinsichtlich der Anrechnung auf die Pension. Derzeit würde darüber hinaus die Teilpension verhandelt, in den ersten Monaten des kommenden Jahres werden die Verhandlungen abgeschlossen und die Ergebnisse entsprechend umgesetzt.

Zum Pensionssystem sagte der Sozialminister, dass sich in diesem Bereich vieles verändert habe. "Wir sind am besten Weg, beim Pensionsantritt ein Jahr älter zu sein", so der Minister. "Damit, dass wir länger im Erwerbsprozess bleiben, werden wir der höheren Lebenserwartung gerecht", betonte der Minister und ergänzte: "Solange es die Sozialdemokratie in der Regierung gibt, diskutieren wir kein Regelpensionsantrittsalter von 67, sondern darüber, wie wir die 65 Jahre einhalten können", unterstrich Hundstorfer. Auch die Regelung für das Pensionsantrittsalter von Frauen, das in der Verfassung festgeschrieben ist, werde nicht verändert.

"Beim Pflegegeldsystem sind wir Weltmeister, nirgends sonst beziehen 5,2 Prozent der Bevölkerung, das sind 440.000 Menschen, Pflegegeld", erklärte der Minister. Auch das siebenstufige System sei einzigartig. In jüngerer Vergangenheit wurde die 24-Stunden-Betreuung ausgebaut, die Mitversicherung für pflegende Angehörige und der Pflegefonds eingeführt, die Begutachtung für den Pflegegeldanspruch verbessert und die Pflegekarenz für Kinder zu pflegender Angehöriger, die sozialrechtlich und materiell abgesichert werden, eingeführt. Die 24-Stunden-Pflege steige um 15 Prozent pro Jahr an.

Zudem werde mit 1.1.2016 eine Valorisierung des Pflegegelds herbeigeführt; darüber hinaus sollen sowohl Hausbesuche als auch die Unterstützung pflegender Angehöriger intensiviert werden. Für das gesamte Pflegesystem werden von Bundesseite insgesamt 3 Mrd. Euro pro Jahr aufgewandt, vom Pflegefonds bis hin zu den Gutachten. Das müsse finanziert werden, daher gebe es Reformen zur Absicherung des Systems, dessen Qualitätsstandards jährlich besser würden, so der Sozialminister. (Forts)

Service: Bilder im Anhang stehen - unter Nennung der Bildrechte - zur freien redaktionellen Verfügung. Fotocredit: Rastegar
Bild 1: Sozialminister Rudolf Hundstorfer beim Verbandstag des Pensionistenverbandes Österreichs, der mitgliederstärksten Seniorenorganisation Österreichs, der unter dem Motto "Mehr Geld im Börsel" steht.

Rückfragen & Kontakt:

GS Andreas Wohlmuth, Pensionistenverband Österreichs, Telefon: 0664-48 36 138

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVO0006