Mückstein: Gesundheitswesen braucht eine weisungsfreie Antikorruptionsstelle

Transparente Regelungen für Nebenbeschäftigung von ÄrztInnen

Wien (OTS) - Die heute im Morgenjournal von der Wiener Pflege- und PatientInnenanwältin Sigrid Pilz geäußerten Vorschläge zur Eindämmung der Zwei-Klassen-Medizin werden von den Grünen begrüßt.
"Es ist sinnvoll, die am Nachmittag leerstehende Infrastruktur in den öffentlichen Krankenanstalten für die Behandlung von PrivatpatientInnen zu nutzen", so die Gesundheitssprecherin der Grünen, Eva Mückstein, "Nebenbeschäftigung könnte so strenger kontrolliert werden, die PatientInnen wären durch das Vorhandensein einer intensivmedizinischen Ausstattung auch bei Komplikationen besser geschützt." Eine transparente Abrechnung und Verteilung von Sonderklassehonoraren sollte dringend neu geregelt und streng kontrolliert werden.

Wie Transparency International fordern die Grünen die Errichtung einer unabhängigen, weisungsfreien Antikorruptionsstelle, denn das Gesundheitswesen ist der öffentliche Sektor, der am meisten von Schmiergeldzahlungen und Korruption betroffen ist. "Dass die seit drei Jahren verpflichtende Veröffentlichung von Wartelisten bei Routineeingriffen in Krankenanstalten durch die meisten Bundesländer mangelhaft bis gar nicht umgesetzt wird, zeigt die Notwendigkeit einer derartigen Einrichtung", so Mückstein.
Die Grünen fordern die Ausarbeitung eines Kriterienkatalogs für derartige Wartelisten, der dann für die Länder verpflichtend sein muss. Auch Qualitätsvergleiche zwischen den Krankenhäusern müssen möglich werden, die durchgeführte Anzahl von allen Operationen, sowie Komplikationsraten und Infektionen sind transparent für alle im Internet darzustellen.

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