Innovatives Pilotprojekt soll Versorgung von Herzschwäche-Patienten verbessern

Wien (OTS) - Herzschwäche (Herzinsuffizienz, HI), entwickelt sich zur regelrechten Volkskrankheit: Mindestens 250.000 Menschen in Österreich sind daran erkrankt. Auf dem Kongress "Herzinsuffizienz Update 2014" im Krankenhaus der Elisabethinen in Linz diskutierten Experten, wie die Patientenbetreuung optimiert werden kann. Ein oberösterreichisches Pilotprojekt soll zeigen, wie durch strukturiertes Kooperieren von Hauskrankenpflege, niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Fachärzten sowie Spezial-Einrichtungen in Krankenhäusern die Lebensqualität von Patienten erhöht und die Häufigkeit von Spitalsaufenthalten reduziert werden kann.

"Die hohe Mortalität nach der Diagnose Herzinsuffizienz müsste nicht sein. Wir haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte in Diagnose und Therapie gemacht und können Lebensqualität und Lebenserwartung der Betroffenen verbessern", so OA Dr. Christian Ebner (KH der Elisabethinen, Linz). "Allerdings müssen diese Möglichkeiten bei den Patienten auch tatsächlich ankommen. Und das tun sie in Oberösterreich offenbar nicht immer in ausreichendem Maß." Das ist auch deshalb problematisch, weil damit vermeidbare Kosten entstehen, sagt Dr. Ebner: "Zwei Drittel der Behandlungskosten, die heute für die Herzinsuffizienz aufgewendet werden, entfallen auf Spitalskosten. Es gibt Möglichkeiten, mit weniger Ressourcen mehr Menschen besser zu versorgen. Voraussetzung dafür sind kreative Zugänge, um Spitäler zu entlasten und Betroffene wohnortnahe zu betreuen. Strukturierte Disease Management Programme (DMP) zeigen, wie sich das realisieren lässt."

So ein DMP-Konzept hat jetzt die "Projektgruppe Herzinsuffizienz Oberösterreich" unter der Begleitung von Fine Facts Health Communication entwickelt, der Kardiologen aus dem stationären und niedergelassenen Bereich, Allgemeinmediziner, diplomierte Pflegepersonen und Vertreterinnen von Hauskrankenpflegediensten angehören. "Alle Partner im Betreuungsprozess, also neben den Patienten auch deren Angehörige, mobile Pflegedienste, Hausärzte, niedergelassene Fachärzte und Spezialisten im Krankenhaus sind in die strukturierte Versorgung eingebunden. Wir bauen also im Wesentlichen auf bestehenden Strukturen auf", so Dr. Erwin Rebhandl, Allgemeinmediziner in Haslach, Vorstandsmitglied der OBGAM und Mitglied der Projektgruppe. "Wesentlich dabei ist, dass sehr klar definiert ist, wer wann welche Betreuungs- und Behandlungs-Maßnahmen setzt, um der individuellen Situation zielgenau gerecht zu werden."

In der kontinuierlichen Grundbetreuung sind vor allem der koordinierende Hausarzt und die Hauskrankenpflege-Dienste gefordert. Letztere unterstützten die HI-Patienten im Alltag in ihrer häuslichen Umgebung, was auch die Therapietreue fördert. In diesem Rahmen können Anzeichen einer möglichen Verschlechterung des Gesundheitszustands frühzeitig identifiziert und kann nötigenfalls rasch medizinische Hilfe durch Allgemeinmediziner oder Kardiologen eingeleitet werden. Intensivere Kontrollen in größeren Abständen, für die eine spezielle Infrastruktur nötig ist, werden in der Regel beim niedergelassenen Internisten/Kardiologen oder in den spezialisierten Krankenhausambulanzen erfolgen. "Der Hausarzt spielt in diesem Modell eine zentrale Rolle. Und vor allem Achse zwischen Hausarzt und niedergelassenen Internisten ist wichtig, um bei einer klinischen Verschlechterung eines Patienten eine rasche Diagnostik einzuleiten", sagt Dr. Herbert Hackl, niedergelassener Internist in Attnang-Puchheim und ebenfalls Mitglied der Projektgruppe. "Die Spezialisten im Krankenhaus wiederum sind die Anlaufstelle, wenn Intensivbehandlungen notwendig sind, und stehen generell im Bedarfsfall mit ihrer spezialisierten Expertise den niedergelassenen Ärzten als Ansprechpartner zur Verfügung."
Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist es, so Dr. Rebhandl, die Patienten selbst zu befähigen, mit ihrer schweren chronischen Erkrankung umzugehen: "Intensive Patientenschulungen und das Führen eines Patiententagebuchs sind wichtige Maßnahmen, um Betroffene bei der aktiven Auseinandersetzung mit ihrer Erkrankung und in ihrer Therapietreue zu unterstützen und sie für Veränderungen ihres Gesundheitszustands zu sensibilisieren."

Zunächst soll im Rahmen eines Pilotprojekts in den Regionen Linz, Vöcklabruck und Rohrbach die Machbarkeit dieses umfassenden Betreuungskonzepts, die Akzeptanz durch alle Beteiligten und der konkrete Nutzen getestet werden. "Wir sind zuversichtlich, dass wir in einer dieser Pilotphasen sehr klar zeigen können, wie sich mit so einer strukturierten Versorgung die Rehospitalisierungs-Rate verringern und gleichzeitig die Lebensqualität der Patienten steigern lässt", betont Dr. Ebner. Die Chancen für eine Umsetzung stehen nicht schlecht: Die Arbeitsgruppe "Best Point of Service", der das Land Oberösterreich und der OÖ Gebietskrankenkasse angehören, wird sich in ihrer nächsten Sitzung mit dem Projekt befassen und über eine mögliche Finanzierung entscheiden.

Mehr Details und alle Presseinformationen zur Tagung in Linz:
www.bkkommunikation.com/de/journalistenservice/aktuell/

Rückfragen & Kontakt:

B&K Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung
Dr. Birgit Kofler,
01 3194378, 0676 6368930,
kofler@bkkommunikation.com
www.bkkommunikation.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BKO0001